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Innere Medizin 30. Juni 2005

Mit Sicherheit hoch hinaus

Heidelberg. Beim Wandern oder Klettern in großen Höhen ist das Höhenlungenödem eine gefürchtete Komplikation; unbehandelt stirbt jeder zweite Betroffene daran. Lange wurde vermutet, dass die Krankheit durch Entzündungsreaktionen in der Lunge bedingt ist. Dies wird jetzt in einer Studie widerlegt. An der Untersuchung von Forschern aus Seattle, Zürich und Heidelberg haben 16 Alpinisten teilgenommen (JAMA 287, 2002, 2228). Sie wurden auf 450 Höhenmetern sowie nach einem raschen Aufstieg auf 4560 Höhenmetern auf Herz und Lunge untersucht.

Neun Teilnehmer bekamen ein Höhenlungenödem. Bei ihnen belegten die Forscher mit bronchoalveolärer Lavage Proteine und Erythrozyten im Alveolarraum, was auf Lecks in den Lungenkapillaren hindeutet. Entzündungsparameter wie Granulozyten oder Zytokine waren jedoch nicht nachweisbar, sagte einer der Studienautoren, Prof. Dr. Peter Bärtsch aus Heidelberg. "Nun verstehen wir, warum Kortison bei Höhenlungenödem keine Wirkung hat", sagte er. Die Symptome würden vielmehr durch eine überschießende pulmonal-arterielle Hypertonie bedingt.

Zur Vorbeugung von Höhenlungenödem sollte man sich langsam an die Höhe adaptieren. Als Regel gilt, ab 3000 Metern die Schlafhöhe nicht mehr als 300 Meter pro Tag nach oben zu verlegen. Bei Symptomen wie Atemnot, dramatischem Leistungsabfall und Husten, sollte man sofort absteigen. Helfen kann auch Sauerstoffzufuhr. Zur Prophylaxe und Therapie wird auch zu Medikamenten geraten, die den pulmonalarteriellen Druck senken, wie Nifedipin.

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