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Innere Medizin 30. Juni 2005

Wie behandeln Sie Atemwegsinfekte?

Die so genannten Betalaktam-Antibiotika "Cephalosporine und Penicilline" spielen sowohl in der Intensivmedizin wie auch in der täglichen Routine der niedergelassenen Ärzte eine wichtige Rolle. Eine sehr günstige Beurteilung erfahren dabei Amoxicillin plus Clavulansäure und Cefuroxim-axetil aufgrund ihrer ausgezeichneten Wirksamkeit, guten Verträglichkeit, günstigen Resistenzlage und der Möglichkeit einer Sequenztherapie durch eine parenterale und orale Applikationsform.

Im Jahr 2003 wurden 70 Allgemeinmediziner und 30 Lungenfachärzte über verschiedene Aspekte der Verordnung von Antibiotika bei Infektionen der tiefen Atemwege befragt.
Viele Diagnosemaßnahmen zeigen weitgehende Übereinstimmung zwischen Allgemeinmedizinern (AM) und Pulmologen (P). Unterschiede ergaben sich bei der Häufigkeit des Einsatzes von Lungenröntgen (AM 4%, P 43%), Lungenfunktionsuntersuchung (AM 6%, P 47%) und Sputumkultur (AM 3%, P 10%). Die Prozentzahlen beziehen sich auf jene Ärzte, welche die genannten Untersuchungen bei Bronchitis und Pneumonie immer durchführen.
Bei Allgemeinmedizinern und Pulmologen besitzen Betalaktam-Antibiotika einen hohen Stellenwert. Sie sind erste Wahl bei 77 Prozent der Allgemeinmediziner und 57 Prozent der Pulmologen. Makrolide und Tetrazykline werden von 37 Prozent der Allgemeinmediziner und 77 Prozent der Pulmologen bevorzugt.
Der hohe Prozentsatz bei den Lungenfachärzten scheint dadurch bedingt zu sein, dass viele Patienten, die einen Pulmologen aufsuchen, bereits mit einem Betalaktam-Antibiotikum behandelt werden. Chinolone gelten nur bei elf Prozent der Allgemeinmediziner und 13 Prozent der Pulmologen als erste Wahl. 67 Prozent aller befragten Ärzte schätzen die Resistenzlage bei Penicillinen wie Augmentin® (Amoxicillin plus Clavulansäure) und Cephalosporinen wie Zinnat® (Cefuroxim-axetil) als sehr gut oder gut ein. Bei Makroliden und Tetrazyklinen fiel dieser Wert bei Allgemeinmedizinern auf 61 und bei Pulmologen auf 53 Prozent. Die Resistenzsituation von Chinolonen beurteilten 46 Prozent der Allgemeinmediziner und 67 Prozent der Pulmologen als sehr gut oder gut.
OA Dr. Oskar Janata, Hygienebeauftragter, Donauspital, SMZ-Ost, Wien: "Lungenfachärzte, deren Patienten zugewiesen oder chronisch lungenkrank sind, unternehmen erwartungsgemäß einen höheren diagnostischen Aufwand als Allgemeinmediziner. Das CRP kann für die Entscheidung zur Verordnung eines Antiinfektivums sehr nützlich sein. Das Angebot für die Therapie von Atemwegsinfektionen ist breit und umfasst neben Betalaktamen, Makroliden, Tetrazyklinen und Chinolonen jetzt auch die neue Gruppe der Ketolide. Die Umfrage spiegelt die persönliche Erfahrung der Ärzte in der Anwendung der verschiedenen Antiinfektiva wider. Eine hohe therapeutische Wertigkeit besitzen für Allgemeinmediziner und Pulmologen Cephalosporine wie Zinnat® und Penicilline wie Augmentin®, während das Vertrauen in Makrolide als Mittel der ersten Wahl vor allem bei den Allgemeinmedizinern nicht so groß ist. Chinolone werden von beiden Ärztegruppen mit Recht als Reservetherapeutika bezeichnet. Diese Umfrage bestätigt den hohen Stellenwert der Betalaktame als Therapeutika der ersten Wahl bei Infektionen der tiefen Atemwege. Mit ihrer klinischen Wirksamkeit, günstigen Resistenzsituation und Anwendungssicherheit haben sie sich in der täglichen Praxis bewährt."

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