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Innere Medizin 1. Oktober 2007

Endoskopische Therapie von Dysplasie und Frühkarzinom des Ösophagus

GRUNDLAGEN: Durch Screening- und Überwachungsprogramme werden prämaligne und frühe maligne Veränderungen am Ösophagus häufiger gefunden. Dies stimuliert die Suche nach wenig invasiven Behandlungsverfahren, da die radikale Resektion eine substantielle Morbidität, Mortalität und Einschränkung der Lebensqualität aufweist. METHODIK: Lokale und großflächig wirkende Abtragungsverfahren der Schleimhaut werden vorgestellt und die endoskopische Mukosaresektion (EMR) detailliert beschrieben. Thermoablative Methoden wie photodynamische Therapie (PDT), Argon-Plasma-Koagulation und bipolare Elektrokoagulation werden im Überblick dargestellt. ERGEBNISSE: Europäische Erfahrungen am Ösophagus beschränken sich meist auf Adenokarzinome und ihre Vorläufer, während Daten über Plattenepithelkarzinome vor allem aus Ostasien stammen. Remissionsraten mit EMR rangieren zwischen 83% und 100%, die Rezidivraten bis zu 30%. Die Komplikationen durch EMR sind selten und umfassen Blutung, Perforation und Stenosierung. Mit PDT können Remissionen in 67% bis 100% erzielt werden, Rezidive treten in bis zu 32% auf und Komplikationen sind ebenfalls selten (Stenosen, Photosensibilität, etc.). SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Therapieentscheidungen sollten individuell und interdisziplinär getroffen werden. Lokale Therapien scheinen gerechtfertigt für hochgradige Dysplasien und mukosale Karzinome. Umschriebene Läsionen sollten mit EMR abgetragen werden, um ein histologisches Präparat zu erhalten. Multifokale oder diffuse Läsionen bedürfen entweder multipler Mukosaresektionen oder einer thermoablativen Abtragung. Ein Barrettösophagus ohne oder mit niedriggradiger Dysplasie soll außerhalb von Studien nicht invasiv behandelt werden. Adenokarzinome mit Einbruch in die Submukosa und Plattenepithelkarzinome mit Einbruch in die Muscularis Mucosae bleiben eine klare Indikation für eine radikale chirurgische Behandlung.

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