zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 20. Juli 2014

Höherer Druck für sozial Schwächere

Ostösterreicher und Frauen sind häufiger betroffen.

Das Risiko für Bluthochdruck steht in einem klaren Zusammenhang mit dem sozialen Status. Das betonten Anita Rieder und Thomas Dorner vom Institut für Sozialmedizin der MedUni Wien anlässlich des Welt-Hypertonietags am 14. Mai. Ein niedriges Einkommen, niedrigere Bildung, die Art der beruflichen Beschäftigung, aber auch Migrationshintergrund sind Risikofaktoren, die wiederum vor allem Frauen betreffen.

In einer aktuellen Untersuchung der soziodemografischen Aspekte der Hypertonie kamen die Sozialmediziner anhand internationaler und nationaler Daten zu dem Schluss, dass bei der Hypertonie und auch bei deren Behandlung Variablen wie Bildung, Einkommen, Erwerbstätigkeit, berufliche Position sowie Migrationshintergrund das Risiko erhöhen, eine Hypertonie zu entwickeln. Parallel dazu ist bei Menschen mit diesen Risikofaktoren eine bereits vorhandene Hypertonie schlechter kontrolliert, die Zielwerte werden seltener erreicht. Das Alter spielt, auch wenn es das Risiko für Bluthochdruck generell erhöht, dabei keine Rolle.

„Eine der Ursachen ist, dass Menschen mit niedrigerem sozioökonomischem Status anfälliger für Gratifikationskrisen sind“, sagt Dorner. Eine Gratifikationskrise entsteht dann, wenn ein Mensch sich stark verausgabt, dafür aber seiner Meinung nach nicht in angemessener Weise entschädigt wird.

Zusätzlich besteht ein direkter Zusammenhang zwischen sozialem Status und dem Gesundheitsverhalten, so Rieder. Unterschiede im sozioökonomischen Status führen auch zu einer anderen Nutzung der Angebote in der Gesundheitsversorgung.

Weiters stellten die MedUni Wien-Experten – wie auch bei Diabetes oder Adipositas – ein Ost-West-Gefälle in Österreich fest: So berichten in Ostösterreich 20,1 Prozent der Männer und 25,5 Prozent der Frauen, dass sie an Bluthochdruck leiden, während das in Westösterreich nur bei 16,6 Prozent der Männer und 19,4 Prozent der Frauen der Fall ist.

MedUni Wien, Ärzte Woche 28/2014

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben