zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 30. Juni 2005

Neues Implantat ermöglicht mehr Flexibilität nach Wirbelsäulen-Op

Eine neue Implantatsgeneration bei Wirbelsäulenoperationen wird an der Orthopädie Feldkirch erfolgreich eingesetzt. Entwickelt wurde dieses Implantat vom Leiter der Abteilung, Prof. DDr. Archibald von Strempel. Nun wurden erstmals internationale und österreichische Wirbelsäulen-Spezialisten zum Erfahrungsaustausch nach Feldkirch geladen.

Eine Wirbelsäulenoperation wird dann als Behandlung angewandt, wenn die Wirbelsäule aufgrund von starker Abnützung degenerative Veränderungen aufweist und der Patient deshalb unter starken Schmerzen leidet. Sie soll die Stellung der verformten Wirbelsäule korrigieren.
Bereits 1990 hatte Prof. DDr. Archibald von Strempel, Leiter der Orthopädie Feldkirch, die Idee eines dynamischen Implantats für die Wirbelsäule. Umsetzung und Erfolg dieser Idee war unter anderem Thema beim ersten internationalen Wirbelsäulen-Symposium in Feldkirch. "Wenn Sie sich einen Baum ansehen, wird klar, was mit flexibler Tragkraft gemeint ist", meint der Spezialist. Der Baum sei nicht rigide und hart, um die Last zu tragen, sondern müsse über eine gewisse Elastizität verfügen, um das Gewicht bei Bedarf auszugleichen.
Nach dem gleichen Prinzip funktioniert auch die Wirbelsäule. Um ihre Elastizität und Dynamik zu erhalten, hat der Orthopäde und Ingenieur eine neue Implantatsgeneration entwickelt, mit welcher er am LKH Feldkirch erfolgreich operiert: Um die Wirbelsäule elastisch zu halten, werden in die einzelnen Wirbel Spezialschrauben eingesetzt.

Dynamische Schraubenköpfe

Am Schraubenkopf ist ein beweglicher Metallteil angebracht, durch welchen nach dem Einbringen der Schrauben in die Wirbel zwei Stäbe parallel zur Wirbelsäule eingeführt werden. Es müssen zur Stabilität mindestens vier Schrauben eingesetzt werden. Die Schraubenanzahl ist abhängig von jener der verformten und schmerzhaften Segmente. Dieses Schrauben-Stab-System wirkt wie ein inneres Korsett, erhält aber durch die dynamischen Schraubenköpfe die Elastizität der Wirbelsäule.
Das Einsetzen dieses dynamischen Implantats (Cosmic-System) dauert unter normalen Umständen zirka zwei Stunden. Durch eine besonders schonende Operationsmethode erholt sich der Körper schnell.
Bei gutem Verlauf kann der Patient bereits am nächsten Tag aufstehen, nach zirka sieben Tagen kann er nachhause - im Vergleich zu den herkömmlichen Techniken, bei denen die Verweildauer im Krankenhaus bis zu 17 Tagen dauerte. Den größten Vorteil sehen von Strempel und seine Patienten darin, dass das Cosmic-System die Elastizität der Wirbelsäule und dadurch benachbarte Bandscheiben geschont bleiben.
Nachdem von Strempel seine Idee auch technisch geplant und umgesetzt hatte, wird das Implantat nun am LKH Feldkirch erfolgreich seit eineinhalb Jahren eingesetzt, zirka 60 Orthopädie-Patienten leben bereits mit neuem Implantat.

Kontakt: Prim. Prof. DDr. Archibald von Strempel; Leiter der Orthopädie am LKH Feldkirch, Tel.: 05522/ 303 1600
e-mail:  

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben