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Innere Medizin 30. Juni 2005

Neue Operationsmethode zur Skoliosen-Korrektur

Der Einsatz eines in Japan von Prof. Dr. Kaneda entwickelten Instrumentariums, dem Kass-Kaneda Anteriores-Skoliose-System, ermöglicht die Korrektur von Skoliosen so, dass den Patienten das langwierige postoperative Tragen eines Mieders erspart bleibt.

Die Operationsmethode wird seit 1998 an der Wiener Universitätsklinik für Orthopädie eingesetzt.

Gute Fixation amWirbelkörper

"Wir haben bisher 24 Patienten mit dem Kass-Kaneda-Anteriores-Skoliose-System erfolgreich operiert. Das neue anteriore Zweistangensystem kommt bei der Korrektur von thorakalen, thorakolumbalen und lumbalen Wirbelsäulenverkrümmungen zum Einsatz", so Prof. Dr. Rainer Kotz, Vorstand der Universitätsklinik für Orthopädie Wien, zum aktuellen Stand der operativen Behandlung von Skoliosen. Operationstechnisch werden über die zu korrigierende Länge Platten mit je zwei Schrauben an der lateralen Wirbelkörperseite angebracht.

"Die anteriore Schraube wird parallel zur posterioren Wirbelkörperlinie eingebracht. Die posteriore Schraube muss schräg dazu befestigt werden, um Verletzungen des Spinalkanals zu verhindern. Diese Konstruktion gewährleistet eine gute Fixation am Wirbelkörper. Anschließend erfolgt die Derotation und Fixation der korrigierten Stellung mit zwei semirigiden Stangen, die an den Schraubenköpfen der Vertebralplatten befestigt werden und auf Kompression gelegt werden? erklärt der Spezialist die Operationsmethode.

Tragen eines Mieder nicht mehr nötig

Die Korrektur sei postoperativ so stabil, dass den Patienten das langwierige Tragen eines Mieder erspart bleibt. Das Kass-Kaneda-Anteriores-Skoliose-System wurde speziell für die Korrektur von Wirbelsäulendeformitäten entwickelt. "Es ermöglicht die segmentale Korrektur ebenso wie die Fusion mehrerer Levels. Die semirigiden Stangen erleichtern die Applikation, und mit zwei Stangen entsteht eine gute Stabilität. Zusammenfassend konnten wir mit dem neuen System sehr gute Ergebnisse bei der Korrektur von Skoliosen erzielen", so Kotz.

Dr. Isabella Presch, Ärzte Woche 31/2001

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