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Innere Medizin 30. Juni 2005

MBST induziert Regeneration des Knorpels

Anlässlich des ersten internationalen Kernspin-Resonanz-Therapie-Symposium am 25.und 26. April in Wien wurden sowohl die zur Therapie verwendeten Geräte als auch Erfahrungsberichte von deutschen Ärztekollegen, die bereits mehrjährige Anwender sind, vorgestellt.  Die MBST Kernspin-Resonanz-Therapie wurde von der Firma MedTec Medizintechnik GmbH aus Wetzlar aus der MRT-Technik (Magnetresonanztomographie) mit dem Ziel, Knorpelregeneration zu induzieren, entwickelt. Behandlungsindikation stellen arthrotische Gelenksveränderungen sowie posttraumatische Bewegungseinschränkungen dar.

Wirkmechanismus

Wasserstoffatome (H) verhalten sich wie kleine Magneten, welche sich um ihre Polachse drehen (spin). Dabei ist die Lage dieser Spinachsen im Raum zufällig und innerhalb eines Stoffes ungeordnet, so dass der Stoff nach außen keine magnetischen Eigenschaften besitzt. Wird nun dieser Stoff ( zum Beispiel Knorpelgewebe) in ein fast homogenes (statisches) Magnetfeld gebracht, richten sich die Spinachsen der H-Atome entlang der Feldlinien parallel aus und führen eine Präzisionsbewegung mit Larmorfrequenz aus.

Bei Anlage eines elektromagnetischen Feldes mit definierter Frequenz wird das ausgerichtete Proton bis maximal 180° gedreht. Dies hat zur Folge, dass das Proton auf ein höheres Energieniveau gehoben wird. Dieser Energieübertragung aus dem elektromagnetischen Wechselfeld des Behandlungsgerätes in das Knorpelgewebe wird durch ein weiteres Feld mit definierter Repetitionsfrequenz gesteuert. Dabei kommt es zu folgendem, sich wiederholendem Ablauf: Die elektromagnetische Energie des Therapiegerätes erhöht die Energie der H-Protonen, diese fallen unter Energieabgabe an ihre Umgebung wieder in ihren Ausgangszustand zurück. Es kann somit die den Knorpelzellen fehlende Information zur Syntheseleistung aus dem Therapiegerät übertragen werden.

Indikationsstellung - Kontraindikationen

Bisher wurde bei mittel- bis höhergradigen arthrotischen Gelenksveränderungen das Therapieverfahren erfolgreich angewendet. Bei den behandelten Patienten wurde durchgehend deutliche Schmerzlinderung bis -freiheit erzielt, die freie Beweglichkeit der Gelenke wiedererlangt. Weitere Indikationen sind Sportverletzungen, wie zum Beispiel Sehnenansatzbeschwerden, Tennisarm oder Achillessehnensyndrom, aber auch Bandscheibenschäden. Als absolute Kontraindikation gelten maligne Erkrankungen, Schwangerschaft, Metallimplantate sowie Herzschrittmacher/Defibrillatoren, sofern sie im Therapiebereich liegen. Der Therapie voraus-geht eine umfassende Beratung sowie Anamnese, Ausschluss etwaiger Kontraindikationen sowie eine Untersuchung mit Erstellen des MBST-Kontrollscore. Die Behandlungsserie läuft, je nach Indikation, an drei, fünf oder neun aufeinander folgenden Tagen. Vorübergehend kann es zu einer kurzzeitigen Schmerzverstärkung kommen, diese klingt jedoch binnen weniger Tage wieder ab. Zusätzlich werden dem Patienten Bewegungsübungen empfohlen, jedoch ohne Belastung. Zwei bis drei Monate nach Therapieabschluss erfolgt eine weitere Untersuchung mit Aktualisierung des MBST-Kontrollscores zur Objektivierung des Behandlungserfolges.

Dr. Maria Radlspöck, Ärzte Woche 18/2002

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