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Innere Medizin 30. Juni 2005

Endoprothese im Sprunggelenk

In Fällen schwerer Arthrose wurde das Gelenk früher mittels Arthrodese versteift. Heute gibt es Sprunggelenksendoprothesen, die die Beweglichkeit des Gelenkes erhalten. Damit wird für viele Patienten auch aktiver Sport wieder ein Thema.

In Fällen schwerer Arthrose erhalten immer mehr Patienten Endoprothesen, auch im Sprunggelenk. Als Nachbehandlung wird für zwei Wochen ein Liegegips und anschließend für vier Wochen ein Gehgips angelegt. Die Vorteile der Sprunggelenksprothese liegen in der erhaltenen Beweglichkeit, der hohen Patientenzufriedenheit und der Rückzugsmöglichkeit zur Arthrodese.
Die Rückflächen der Implantate weisen spezielle Beschichtungen auf, die dem Implantat eine feste Verbindung mit dem Knochen erlauben. Zwischen den Metallen befindet sich ein Kunststoffkern, der einen Bewegungsablauf, der dem natürlichen entspricht, ermöglicht.

Kontinuierliche Verbesserung

Prim. Dr. Robert Siorpaes, Präsident der österreichischen Gesellschaft für Fußchirurgie, über die Methode: "Die stetige Entwicklung im Bereich der Endoprothetik hat zu einer kontinuierlichen Verbesserung des Prothesendesigns und der Implantationstechnik geführt."
Als Kontraindikationen für die Implantation werden Talusnekrose, Charcotfuß, nicht lange zurückliegende tiefere Infekte, schwere Osteoporose und motorische sowie mentale Unzulänglichkeit angegeben.
Die Zehn-Jahres-Überlebensrate der Sprunggelenksprothesen wird mit 96,3 Prozent bei Arthrose und 84,7 Prozent bei rheumatoider Arthritis angegeben. Wobei Rheumatiker bei einer funktionierenden Prothese eine höhere Zufriedenheit angeben.

Arthrodese hat viele Nachteile

Die Arthrodese wird bei schwerer Arthrose durchgeführt. Dabei wird der Knorpel entfernt, das Gelenk wird mit zwei oder drei Schrauben fixiert, um eine schmerzfreie Belastung zu ermöglichen. Der Patient erhält für zwei Wochen einen Liegegips, der dann für weitere sechs bis acht Wochen von einem Gehgips abgelöst wird.
Die Nachteile der Arthrodese sind, dass bestehende degenerative sowie entzündliche Veränderungen der umliegenden Gelenke verstärkt werden und gesunde Gelenke einer vermehrten Belastung unterliegen.
Die lange Immobilisation, eine höhere Infektrate sowie eine erhöhte Pseudoarthroseanfälligkeit sind zusätzliche Nachteile.
Weitere Maßnahmen für den Patienten mit Arthrose sind Physiotherapie, Massagen der paraartikulären Muskulatur, Bewegungsübungen, Hochfrequenztherapie, Ultraschalltherapie sowie Wärmeapplikation in Form von Balneotherapie und Elektrothermotherapie. Kryotherapie wird nur im akuten Stadium empfohlen.

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