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Innere Medizin 18. Oktober 2005

Morbus Scheuermann trifft Mädchen wie Buben

Der Morbus Scheuermann ist häufig, die Erkrankung sollte weder mit Kompressionsfrakturen noch dem juvenilen Rundrücken verwechselt werden.

Wichtigster Unterschied: Beim juvenilen Rundrücken sind keine wesentlichen morphologischen Veränderungen an der Wirbelsäule im Röntgenbild nachweisbar, beim M. Scheuermann dagegen kommt es zu Bandscheibeneinbrüchen in die Grund- und Deckplatten der Wirbelkörper (Schmorl’sche Knötchen), verschmälerten Zwischenwirbelräumen und Keilwirbelbildung bis hin zur fixierten Kyphose. Der Orthopäde Prof. Dr. Klaus M. Peters aus Nürmbrecht, Deutschland, betont in einem Artikel für die Zeitschrift „Orthopädie & Rheuma“ (3, 2004, 49), dass junge Frauen ebenso häufig betroffen sind wie junge Männer. Die Häufigkeitsangaben schwanken zwischen einem und acht Prozent. Tückisch ist, dass nur ein Drittel der Betroffenen über Beschwerden klagt. Bei Adoleszenten mit auffälligem Rundrücken oder nach vorne gezogenen Schultern lohnt es sich daher, genauer hinzuschauen: Im Rutschhaltetest können die Patienten keine gerade Linie von Armen und Wirbelsäule bilden, zum Teil findet sich auch eine Hüftbeugekontraktur. Ist die Erkrankung fortgeschritten, bestehen Rückenschmerzen, eine zunächst noch reversible Kyphose fixiert sich mit entsprechender Überlastung der Gelenkfacetten und kompensatorischer Hyperlordosierung der Hals- und Lendenwirbelsäule. Therapieziel ist die ventrale Entlastung der Wirbelkörper mit spezifischen Physiotherapie-Konzepten. Sollte die fortschreitende Kyphosierung dennoch nicht gestoppt werden können, erfolgt die Korsett-Therapie. Das habe jedoch nur bei Kindern und Jugendlichen mit noch wachsender Wirbelsäule Erfolg, betont Peters. Eine chirurgische Stabilisierung ist glücklicherweise nur selten notwendig.

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