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Innere Medizin 18. Oktober 2005

Zweymüller-Prothese feiert Jubiläum

Ziel jeder Hüftoperation ist, den Patienten vom Schmerz zu befreien und ihm zu beschwerdefreier Mobilität zu verhelfen, welche eine wesentliche Voraussetzung für Aktivität und Lebensqualität darstellt. Prof. Dr. Karl Zweymüller entwickelte vor 25 Jahren eine neue Form der zementfreien Hüftimplantation, die sich durch die so genannte „Biologische Fixation“ auszeichnet.

Im Jahr 1979 führte der Wiener Orthopäde Prof. Dr. Karl Zweymüller eine neue Form der Hüftendoprothese ein: eine einzigartige Verankerung der Implantate im Knochen ohne Fixierung durch Knochenzement. Damit stellte Zweymüller eine revolutionäre Alternative zur herkömmlichen Fixierung mittels Knochenzement vor. Mittlerweile hat sich die Zweymüller-Methode weltweit zirka eine Million Mal bewiesen. Die Erfolgsrate liegt zwischen 95 und 99 Prozent. Die „Biologische Verankerung“ verzichtet vollständig auf den Einsatz von Knochenzement – und somit Fremdstoff – als Bindemittel. Die spezielle Geometrie und Oberfläche dieser Art des Gelenkersatzes garantieren die stabile Verankerung direkt im Knochen und unterstützt die natürliche „Osteointegration“. Der Hüftschaft, ein doppeltkonischer Geradschaft mit rechteckigem Profil, wird direkt im Oberschenkelknochen verankert. Das Schaftimplantat besteht aus einer hochfesten, optimal biokompatiblen Titan-Schmiedelegierung. Charakteristisch ist die aufgeraute Oberfläche, quasi eine „Rankhilfe“ für das nachwachsende Knochengewebe. Das Knochengewebe verwächst auf natürliche Weise mit den mikrofeinen Ankerpunkten des Implantates. Die spezielle Architektur des Schaftimplantates und die kortikale Verankerung bewirken auch eine ausgezeichnete Rotationsstabilität.
In das Acetabulum wird eine Gelenkpfanne aus Reintitan eingeschraubt. Ein spezielles Zahngewinde sorgt für festen Halt und optimale Kippstabilität. Die Pfanne kann mit Computer-navigierter Instrumentierung eingesetzt werden. Selbst in osteoporotischen Knochen ist eine sichere Verankerung realisierbar und damit eine postoperative Frühmobilisation mit Vollbelastung auch im höheren Alter möglich. Weiterer Vorteil der Methode: Die Hüftprothese kann minimal-invasiv implantiert werden, der Hautschnitt hat eine Länge von weniger als 10 Zentimeter. Prof. Dr. Felix Lintner, Vorstand des pathologisch-bakteriologischen Institutes am Otto Wagner Spital, Wien, und sein Team führten an Zweymüller-Hüftprothesenschäften von Verstorbenen Untersuchungen über das Anwachsverhalten des Knochens an die raue Oberfläche der Titanschäfte durch: „Die Implantate, die 15 bis über 20 Jahre im Körper gewesen sind, waren absolut stabil verankert. Das Ziel, eine lebenslange Stabilität und Haltefunktion eines Hüftimplantates zu erreichen, scheint mit diesen Schäften durchaus gegeben.“

Auch Sport ist möglich

Angepasste Sporttätigkeit bedeutet keine Gefährdung der Hüftprothese hinsichtlich Lebensdauer oder vorzeitiger Lockerung. Es wird jedoch dringend angeraten, nur die bereits vor dem Gelenkersatz ausgeübte Sportart wieder aufzunehmen. Sämtliche Individualsportarten inklusive Skilaufen sind hierfür gut geeignet, dagegen sollten Sportarten mit Gegnerkontakt oder solche mit häufigen Sprüngen eher vermieden werden.

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