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Innere Medizin 30. Juni 2005

„Teilersatz“ bei Kniegelenksschäden

Nicht immer muss bei Arthrose das ganze Kniegelenk ersetzt werden. Ist nur ein Kompartiment betroffen, kann die Implantation eines Halbschlittens eine gute Option sein, deren Durchführung zudem minimal-invasiv möglich ist.

Halbschlittenimplantate wie das nach Oxford gelten mittlerweile bei bestimmten Indikationen als gute Alternative zur Knie-Totalendoprothese (TEP) oder Umstellungsosteotomie (UO). Dabei wird nur die mediale oder laterale Gelenkfläche ersetzt. Das positive Votum für Halbschlitten gilt für die klassische Indikation eines Morbus Ahlbäck – der aseptischen Knochennekrose der medialen Femurkondyle – aber auch für die isolierte Arthrose eines Kniegelenkskompartiments. Die 10-Jahres-Haltbarkeit von medialen und lateralen Halbschlitten werden, je nach Modell, meist mit 70 bis 95 Prozent angegeben. Beim medialen sind die Ergebnisse anatomisch bedingt besser. Die besten 10-Jahres-Raten mit TEP liegen ebenfalls bei etwa 95 Prozent. Die Vorteile für Patienten sind vor allem die deutlich schnellere Rehabilitation im Vergleich zu UO und TEP sowie die bessere Beweglichkeit als bei TEP.
So ziehen etwa auch Dr. Gerold Labek vom Allgemeinen Krankenhaus in Linz und seine Kollegen eine positive Bilanz für minimal-invasive mediale Halbschlitten (Der Orthopäde 6, 2003, 454). Allerdings ist die Indikation besonders streng zu stellen. Ungünstig sind etwa Bandinstabilität oder mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhersehbare Arthrose des ganzen Kniegelenkes. Nach Meinung der Orthopäden aus Linz kommen für einen medialen Halbschlitten sinnvoller Weise eine eingeschränkte Patientengruppe in Frage: Arthrosepatienten, die normalgewichtig sind, möglichst unter 80 kg, nicht übermäßig viel Sport treiben, über 60 Jahre alt sind sowie intakte, feste Seiten- und Kreuzbänder haben, damit das Knie stabil bleibt.

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