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Innere Medizin 30. Juni 2005

Kontroverse Achillessehnenriss

Berlin. Sollen Patienten mit Achillessehnenruptur operativ oder konservativ behandelt werden? Diese kontrovers diskutierte Frage ist nach Ansicht des Heidelberger Sporttraumatologen Professor Hajo Thermann inzwischen insofern beantwortet, als die konservative Therapie zumindest anerkannt ist. Tatsächlich werden in Deutschland noch immer in fast allen Krankenhäusern Patienten mit Achillessehnenrupturen ausschließlich operativ versorgt, und nur knapp zwei Prozent der Häuser bieten eine konservative Therapie an, berichtete der Kölner Unfallchirurg Professor Klaus Emil Rehm beim Chirurgenkongress, der unlängst in Berlin stattfand, in Berlin. Nur in 9,5 Prozent der an der Umfrage beteiligten Kliniken werden Patienten mit Achillessehnenrupturen sowohl operativ als auch konservativ behandelt.

Die Studienlage biete jedenfalls "kein schlagendes Argument für die eine oder die andere Methode", räumte Rehm ein. "Bei den eigenen Patienten - von denen zwei Drittel sich beim Tennis, Badminton oder Squash verletzt haben - hat die operative Versorgung in etwa 85 Prozent der Fälle zu einem guten Ergebnis und in 98 Prozent zu einer Wiederherstellung der Kraft geführt", berichtete Rehm. Als wesentlichen Vorteile der konservativen Behandlung betonte Thermann im Vergleich dazu, dass die Patienten "am nächsten Tag wieder zur Arbeit gehen können" und die Kosten eines chirurgischen Eingriffs entfallen. "Wenn man operiert, kann man natürlich nicht so schnell wieder laufen", sagte Thermann. Zur funktionellen Behandlung bei Achillessehnenruptur hat Thermann nach eigenen Angaben einen speziellen Therapieschuh mit Stabilisatoren entwickelt, der sich sehr bewährt habe. Nach drei Monaten seien die Behandlungsergebnisse mit denen der operativen Versorgung identisch.

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