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Allgemeinmedizin 30. Juni 2005

Chronischer Stress ist lebensgefährlich

Stress kann krank machen, glauben viele – und sie haben Recht. Tatsächlich kann Dauerstress das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko stark erhöhen.

Schwedische Wissenschaftler haben jetzt einen neuen Abschnitt zu einer ewigen Geschichte hinzugefügt: Männer, die sich chronisch gestresst fühlen, sind mehr gefährdet, einen Schlaganfall zu bekommen, als Männer, die die Dinge gelassener nehmen können. Was viele ohnehin vermuten, hat eine schwedische Bevölkerungs-Studie jetzt belegt. Am Malmö Preventive Project, einer Langzeitstudie zu kardiovaskulären Risikofaktoren, haben über 33.000 Menschen teilgenommen. Sie waren im Mittel 45 Jahre alt. Im Zeitraum zwischen 1974 und 1980 beantworteten über 13.000, darunter etwa 2.700 Frauen, als Bestandteil der Studie auch Fragen dazu, ob sie sich permanent gestresst fühlten. Nach 21 Jahren wurde Bilanz gezogen, berichtet Dr. Bertil Öhlin von der Universitätsklinik in Malmö in Schweden (European Heart Journal 25, 2004, 867). Bei jenen Personen, die die Frage nach Dauerstress mit Ja beantwortet hatten, war die Rate kardiovaskulärer Ereignisse um 30 Prozent erhöht. Auch nach Korrektur der üblichen kardiovaskulären Risikofaktoren, wie Hypertonie und Hypercholesterinämie, ergab sich bei den männlichen Teilnehmern noch eine signifikante Erhöhung. Besonders stark erhöht war die Gefährdung, einen tödlichen Schlaganfall zu bekommen. Hier war das relative Risiko verdoppelt. Keinen Unterschied machte die Berufstätigkeit. Bei Arbeiten im Büro war das Stressrisiko genauso hoch wie bei jenen Männern, die körperlich arbeiteten.

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