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Innere Medizin 30. Juni 2005

Melanome häufig bei Wassersportlern

Zu viel Sonne erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Das weiß heute fast schon jedes Kind. Doch hinter dieser pauschalen Aussage stehen äußerst komplexe Sachverhalte.

Epitheliale Tumore der Haut wie das Plattenepithel- oder Basalzellkarzinom sind eindeutig auf jenen Hautpartien häufiger, die der Sonne stärker ausgesetzt sind. Das gilt nicht für Melanome. Bei Männern sitzen fast die Hälfte aller Melanome am Oberkörper. Bei Frauen sind vor allem die Beine betroffen. Erst danach kommt jeweils die dem Sonnenlicht am stärksten ausgesetzte Kopf- und Halsregion. Das Sonnenlicht gilt trotzdem auch beim malignen Melanom zusammen mit genetischen Faktoren als der wichtigste Risikofaktor. Ein Melanom ist demnach umso wahrscheinlicher, je heller der Pigmentierungstyp eines Menschen ist. Auch bei Personen europäischer Abstammung nimmt die Inzidenz von Melanomen mit der Nähe des Wohnorts zum Äquator und damit mit höherer UV-Einstrahlung zu. Warum aber sind Melanome nicht im Gesicht oder am Nacken am häufigsten, sondern an Oberkörper und Beinen? Warum haben einige Untersuchungen ergeben, dass bei Landbewohnern das Risiko, ein malignes Melanom zu entwickeln, geringer ist als bei Stadtbewohnern? Eine endgültige Antwort auf diese Fragen gibt es noch nicht. Ein erhöhtes Risiko für ein Melanom ist offenbar nur mit einer bestimmten Art von Sonnenexposition verbunden. So sind der Oberkörper bei Männern und die Beine bei Frauen Hautregionen, die in den vergangenen Jahrzehnten durch eine Veränderung der Freizeit- und der Bekleidungsgewohnheiten vermehrt dem Sonnenlicht ausgesetzt wurden. Stark erhöht ist das Risiko auch bei Wassersportlern. So wird spekuliert, dass es vor allem problematisch ist, wenn Personen sonst nicht dem Licht ausgesetzte Körperregionen wiederholt und für relativ kurze Zeit durch starke UV-Strahlung belasten. Das wäre zum Beispiel bei Menschen der Fall, die die ganze Woche über im Büro arbeiten und dann im Urlaub „oben ohne“ durch die Tropen reisen oder an den Wochenenden Wasserski fahren. Es ist möglich, dass eine kurzzeitige, intensive Sonneneinstrahlung die Zahl der genetischen Mutationen besonders stark erhöht und deswegen schädlicher ist als eine langsame Bräunung.

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