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Untersuchung besagt: Behandelnde Ärzte sollten besonders bei den identifizierten Risikopatienten auf Polypharmazie achten, da dies zu unerwünschtes Ereignissen und unnötiger Hospitalisierung führen kann.
 
Innere Medizin 29. April 2014

Polypharmazie und exzessive Polypharmazie bei akut hospitalisierten hochbetagten Patienten

Ziel: Das Ziel dieser Studie war es, das Auftreten von Polypharmazie und exzessiver Polypharmazie in Abhängigkeit von Co-Morbiditäten bei hochbetagen hospitalisierten Patienten zu erfassen.

Methodik: Die Entlassungsdokumentationen von allen Patienten (80 Jahre oder älter), die 2010 im durchführenden Zentrum aufgenommen wurden, wurden analysiert. Basierend auf dem Charlson Co-Morbiditätsindex wurde ein multiples logistisches Regressionsmodell mit schrittweiser Rückwärtselimination durchgeführt. Die Patienten wurden des weiteren in 4 Altersgruppen und nach Geschlecht stratifiziert und die Änderung der Medikationen während des stationären Aufenthalts analysiert.

Ergebnisse: Chronische Lungenerkrankung (Odds ratio (OR) 2,40), Diabetes mellitus mit (OR 4,65) oder ohne (OR 1,65) mikrovaskulären Komplikationen, Herzinsuffizienz (OR 2,37), Kollagenose (OR 3,02) and periphere Gefäßerkrankung (OR 2,30) waren statistisch signifikant mit Polypharmazie assoziiert, während einige von diesen Erkrankungen auch mit exzessiver Polypharmazie zusammenhingen. Die Anzahl der eingenommenen Medikamente zeigte einen zunehmenden Abfall mit dem Alter, was mit einer gleichsinnigen Abnahme des Charlson Scores verbunden war. „Aufnahme wegen Myokardinfarkt“ war mit einer Zunahme an einzunehmenden Medikamenten verbunden, während Demenz oder ein metastasiertes Malignom einen protektiven Effekt auf eine Zunahme der Medikamente während des stationären Aufenthaltes hatte.

Schlussfolgerungen: Verschiedene Begleiterkrankungen begünstigen bei sehr betagten Patienten das Auftreten von Polypharmazie. Wenige Co-Morbitidäten scheinen eine Voraussetzung zu sein, um sehr hohes Alter zu erreichen, woraus reduzierter Medikamentenverbrauch resultiert.
Behandelnde Ärzte sollten besonders bei den identifizierten Risikopatienten auf Polypharmazie achten, da dies zu unerwünschtes Ereignissen und unnötiger Hospitalisierung führen kann.

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