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Innere Medizin 30. Juni 2005

Präzisere Zervixkarzinom-Vorsorge

Ein Test, der karzinogene Varianten des humanen Papillomavirus (HPV) nachweist, kann die Diagnostik und Prävention des Zervixkarzinoms verbessern.

Dies meinte Dr. Karl-Ulrich Petry vom Klinikum Wolfsburg in einem Symposium beim europäischen HPV-Tag in Berlin. Eine persistierende Infektion mit Hochrisikovarianten des HPV ist Voraussetzung für die Entstehung des Zervix-Ca und seiner Vorstufen, wie Dr. Ralph Richart aus New York sagte. HPV ist sehr weit verbreitet und wird sexuell übertragen. In den USA kämen etwa 70 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens in Kontakt mit HPV, sagte Richart. In Deutschland, so Petry, scheine die Kontakt-Rate aber deutlich niedriger zu liegen. Bei den meisten Betroffenen, nämlich 90 bis 95 Prozent, verschwindet HPV wieder folgenlos.
Daher wäre es nicht sinnvoll, Frauen unter 30 Jahren auf HPV zu testen. Man würde sehr viele transiente Infektionen finden, die für das spätere Krebsrisiko keine Bedeutung haben. Persistiert die Infektion mit Hochrisikoviren 18 Monate nach dem ersten Nachweis immer noch, so trägt die infizierte Frau ein Risiko von bis zu zehn Prozent, im Laufe der nächsten sieben bis 30 Jahre ein Zervixkarzinom zu entwickeln.
Der Test auf HPV ist bei der Diagnose des Zervixkarzinoms und seiner Vorstufen viel spezifischer als der PAP-Abstrich, betonte Petry. Tatsächlich ergab die Hannover-Tübingen-Studie (HAT), dass Frauen mit negativem HPV-Nachweis auch bei abnormem PAP-Abstrich ein niedriges Zervixkarzinom-Risiko hatten. Beim HPV-Test gelte also wirklich „negativ ist negativ“, betonte Petry bei einem Symposium, das von der „Initiative HPV-Test“ veranstaltet wurde, die vom Unternehmen Digene finanziert wird. Das Unternehmen bietet einen HPV-DNA-Test mit dem Wirkmechanismus eines Hybrid-Testes an. Bevor man den Test allerdings für das allgemeine Screening aller Frauen empfehle, so Petry, müsse festgelegt werden, wie mit den Ergebnissen umzugehen ist. Nur drei bis sieben Prozent aller Frauen über 30 Jahre haben eine nachweisbare HPV-Infektion. Die übrigen 93 bis 97 Prozent könnten nach negativem Test beruhigt für die nächsten fünf Jahre auf Zervix-Ca-Vorsorgeuntersuchungen verzichten.

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