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© Ziga Lisjak /iStock
Gichttophi: Risikofaktor für kardiovaskuläre Mortalität.
 
Innere Medizin 17. April 2014

Gicht: CV-Risiko steigt mit Krankheitsschwere

Harnsäuresenkende Therapie nicht verzögern.

Gicht-Patienten sterben früher und zwar durch kardiovaskuläre Ursachen. Hohe Harnsäurewerte zu Beginn und Gichttophi sind dabei wichtige Risikofaktoren.

Mittlerweile hat eine Reihe von Studien den Zusammenhang von Gicht und kardiovaskulären (CV) Ereignissen belegt. Nun wurde in einer Studie untersucht, ob auch die Schwere der Gichterkrankung das CV-Risiko beeinflusst. Dazu wurden Daten von über 700 Gicht-Patienten ausgewertet. Der mittlere Beobachtungszeitraum lag bei 47 Monaten (Ann Rheum Dis 2014; 73: 177).

Im Vergleich zur Normalbevölkerung war die Sterberate im Beobachtungszeitraum im Mittel um den Faktor 2,4 erhöht - für Männer um das 1,6-Fache und für Frauen um das 4,5-Fache. Als unabhängige Risikofaktoren erwiesen sich bei der Datenanalyse hohe Harnsäurewerte zum Zeitpunkt der Diagnose und das Vorhandensein von Gichttophi. Lag der Harnsäurewert zu Beginn zwischen 8,7 und 9,1 mg/dl, war die Sterberate um den Faktor 2,4 höher, bei Harnsäurewerten über 9,1 mg/dl das 3-Fache. Das Vorliegen subkutaner Tophi wiederum verdoppelte das Sterberisiko während des Beobachtungszeitraums.

Die Autoren weisen darauf hin, dass nicht allein die Hyperurikämie das kardiovaskuläre Mortalitätsrisiko erhöht, sondern auch der chronische Entzündungsprozess einer Gicht. So würden verstärkte Power-Doppler-Signale an asymptomatischen Gelenken von Gicht-Patienten auf bestehende, verborgene nicht-klinische Entzündungen hinweisen. Dieser Aspekt der chronischen Entzündung werde bisher noch nicht ausreichend gewürdigt. Der Zusammenhang zwischen CV-Risiko und der Schwere der Gicht-Erkrankung sei ähnlich wie bei der Rheumatoiden Arthritis. Alles zusammen genommen lasse eine pathophysiologische Verbindung zwischen hoher Uratlast im Körper und kardiovaskulären Erkrankungen zu. Die Autoren raten daher, eine verspätete Gichttherapie zu vermeiden und so zu verhindern, dass sich eine tophöse Gicht entwickelt.

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