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Innere Medizin 21. März 2014

Entzündliches Rheuma

Risiko für Herzinfarkt- und Schlaganfall ist erhöht

Die rheumatoide Arthritis (RA) ist heutzutage zwar weitaus besser behandelbar als noch vor einigen Jahren, dennoch sterben RA-Patienten im Durchschnitt fünf bis zehn Jahre früher als Nicht-Betroffene. Ein Grund für die geringere Lebenserwartung sind Begleiterkrankungen von Herz und Gefäßen, an denen Menschen mit entzündlichem Rheuma doppelt so häufig leiden wie gesunde Menschen. Mit dem Rauchen aufzuhören, Gewicht abzunehmen und Sport zu betreiben sind Lebensstiländerungen, die das Risiko senken können. Der Betroffene sollte mit kompetenter Beratung in seinem Bemühen unterstützt werden.

Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung wird bei RA-Patienten ein Herzinfarkt zweimal so häufig nicht erkannt. Außerdem erleiden sie doppelt so oft einen plötzlichen Herztod. „Am besten beugen RA-Patienten Gefäß-Komplikationen vor, indem die Krankheitsaktivität therapeutisch unterdrückt wird“, betont Prof. Dr. Hanns-Martin Lorenz, Universitätsklinikum Heidelberg. Darüber hinaus sei es wichtig, dass sie alle anderen Risikofaktoren für eine Herzerkrankung oder eine Arteriosklerose vermeiden. Dazu zählt insbesondere das Rauchen, das nicht nur die Arthritis verschlimmert und schwieriger einstellen lässt, sondern auch das Risiko für einen Herzinfarkt bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen mehr als verdoppelt.

Gewicht reduzieren und regelmäßige Bewegung fördern

Ebenso sollten Betroffene ein normales Körpergewicht anstreben. Denn das sogenannte metabolische Syndrom - Übergewicht in Verbindung mit Bluthochdruck, hohen Blutfettwerten und Insulinresistenz - ist bei RA-Patienten weit verbreitet. „Hinzu kommt, dass viele keinen oder zu wenig Sport treiben“, stellt Lorenz fest. All dies wiederum erhöht die Gefahr, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden. Vorbeugend sollten sämtliche Risikofaktoren behandelt werden. Das bedeutet Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle, Cholesterinsenkung, Bekämpfung von Adipositas sowie eine Raucherentwöhnung. Ferner rät Lorenz bei Patienten, die ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, zu einem möglichst geringen Einsatz von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) und Glukokortikoiden. Diese Medikamente wirken bei RA-Patienten zwar entzündungshemmend und schmerzlindernd, sie stehen aber auch unter Verdacht, das kardiovaskuläre Risiko zu erhöhen. Neue Therapieansätze wirken sowohl anti-entzündlich als sie auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können.

 

Presseaussendung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
, Apotheker Plus 3/2014

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