zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 30. Juni 2005

Primärprävention der KHK: ASS empfehlen!

Philadelphia. Risikopatienten ohne manifester KHK kann heute ASS zur Primärprävention koronarer Ereignisse empfohlen werden. Seit 1996, als die US Preventive Services Task Force letztmalig ihre Empfehlungen veröffentlicht hat, hat sich nach Einschätzung der Experten die wissenschaftliche Beweislage eindeutig zugunsten einer Primärprävention mit ASS verändert. Es gäbe jetzt "gute Evidenz" dafür, dass ASS auch in der Primärprävention die Inzidenz der KHK reduziert.

Die Task Force rät Ärzten deshalb nachdrücklich, im Gespräch mit Patienten, bei denen Risikofaktoren für eine KHK bestehen, die Prävention mit ASS zu thematisieren. Eine Metaanalyse von fünf kontrollierten Studien - jüngst publiziert in den "Annals of Internal Medicine" (136, 2002, 157) - ergab, dass das Risiko für Myokardinfarkte durch eine ASS-Therapie um 28 Prozent gesenkt wird. Allerdings gibt es mehr gastrointestinale Blutungen und Hirnblutungen. In der Bilanz überwiegt bei weitem der Nutzen. Ein Einfluss auf die Gesamtmortalität war nicht nachweisbar. Der präventive Nutzen von ASS ist nach diesen Daten um so größer, je höher das KHK-Risiko ist. Verdeutlicht wird dies am Beispiel von Patienten, deren Risiko, in den nächsten fünf Jahren eine KHK zu entwickeln, über fünf Prozent liegt: Erhalten 1.000 Patienten mit entsprechendem Risikoprofil fünf Jahre lang ASS, lassen sich 14 Myokardinfarkte verhindern. Noch ungeklärt ist die Frage nach der optimalen Dosis. Die Studiendaten lassen aber darauf schließen, dass Dosierungen von etwa 75 mg pro Tag ebenso effektiv wie höhere Dosierungen sind.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben