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Innere Medizin 30. Juni 2005

Infarktgefahr bei Kälte und Wetterumschwung

Wetter hat einen wichtigen Einfluss auf das Herz: Bei niedrigen Temperaturen, stärkeren Temperatur-Schwankungen und deutlichen Luftdruck-Veränderungen gibt es mehr Herzinfarkte.

Die Einflüsse des Wetters auf die Herzgesundheit sind bisher offenbar unterschätzt worden, meinten Experten im Rahmen des ESC. Ein Forscherteam der Universitätsklinik Dijon, Frankreich, untersuchte rund 750 Fälle von Herzinfarkten und wies erstmals klare Zusammenhänge zwischen Temperatur, Luftdruckveränderung und der Infarkt-Häufigkeit nach. Hochdruckpatienten zeigten sich weitaus empfindlicher gegenüber Wettereinflüssen und damit stärker infarktgefährdet als die Durchschnittsbevölkerung. Fazit der Untersuchung: Sinken die Temperaturen unter minus vier Grad Celsius, steigt die Häufigkeit akuter Herzinfarkte deutlich an. Am meisten betroffen sind Hypertoniker: Bei ihnen verdoppelt sich das Infarkt-Risiko bei solchen Kälte-Einbrüchen. Um gleich 62 Prozent steigt die Herzinfarkt-Gefahr bei Personen mit Bluthochdruck, wenn die Temperaturen sich von einem Tag auf den nächsten um mehr als fünf Grad auf oder ab verändern. Frühere Studien aus dem ALKK-Register in Ludwigshafen mit weit höheren Fallzahlen konnten allerdings solche Zusammenhänge nicht feststellen. Und stieg oder sank das Barometer um mehr als acht Druck-Messeinheiten, beobachteten die französischen Wissenschafter Spitzen in der Infarkt-Häufigkeit – und zwar bei Hypertonikern und Nicht-Hypertonikern in gleicher Weise.

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