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Weltkrebstag 4. Februar: Wegen des erhöhten Erkrankungsrisikos von Menschen mit Diabetes wird geraten,die Angebote zur Krebsfrüherkennung zu nutzen.
 
Innere Medizin 3. Februar 2014

Weltkrebstag: So viel Insulin wie nötig und so wenig wie möglich

Bei Diabetes Übergewicht abbauen und Angebote zur Krebsfrüherkennung nutzen.

Studien zufolge haben Menschen mit Diabetes Typ 2 ein höheres Erkrankungsrisiko für bestimmte Krebsarten. Dies wird unter anderem auf Übergewicht zurückgeführt, das ein Risikofaktor sowohl für Diabetes mellitus Typ 2 als auch für Krebs ist. diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe macht anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar 2014 darauf aufmerksam. Die gemeinnützige Organisation rät allen Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2, Angebote zur Krebsfrüherkennung zu nutzen und bei Übergewicht abzunehmen.

Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 haben ein 1,2-1,7-fach erhöhtes Risiko für Brust-, Darm-,Harnblasen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das Risiko an Leberzellkrebs zu erkranken ist sogar mehr als doppelt so hoch wie bei Personen ohne Diabeteserkrankung. Auch das Erkrankungsrisiko für Tumoren an Niere, Schilddrüse und Speiseröhre ist im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung deutlich erhöht. Eine gute Nachricht gibt es für männliche Diabetespatienten. Sie erkranken seltener an Prostatakrebs als Männer ohne Diabetes. Dies könnte daran liegen, dass Männer mit Diabetes weniger männliche Geschlechtshormone haben.

„Bei Diabetes Typ 2 ist häufig aufgrund einer Insulinresistenz der Insulinspiegel über Jahre hinweg zu hoch", erklärt Dr. Jens Kröger, Vorstandsmitglied von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe und niedergelassener Diabetologe aus Hamburg. „Hohe Insulinspiegel können bestimmte Rezeptoren aktivieren, die die Zellteilung im Gewebe anregen und so möglicherweise auch das Tumorwachstum fördern. Diskutiert wird auch, dass erhöhte Blutzuckerspiegel als ‚Nahrung‘ für Krebszellen dienen.“ Eindeutige Beweise für diese Thesen als mögliche Ursache für ein erhöhtes Krebsrisiko fehlen jedoch bislang. Inwiefern auch Menschen mit Typ-1-Diabetes ein erhöhtes Krebsrisiko haben, ist nicht klar. „Behandlungsstrategien bei Menschen mit Typ-2-Diabetes, die mit einer unangemessen hohen Dosis von Insulin einhergehen, sollten kritisch überdacht werden.

Es gilt der Leitsatz: So viel Insulin wie nötig und so wenig wie möglich. Gerade bei adipösen Menschen empfiehlt sich daher bei erforderlicher Insulintherapie die Kombination mit Metformin oder DPP-4-Hemmer oder SGLT-2-Inhibitor oder Inkretin, um Insulin einzusparen“, so der Diabetologe.

Nachgewiesener Zusammenhang

Der Zusammenhang zwischen Diabetes Typ 2, Adipositas und Krebs ist nachgewiesen: Übergewichtige Menschen mit großem Bauchumfang haben sowohl ein erhöhtes Diabetes- als auch ein erhöhtes Krebsrisiko. Dagegen können sie selbst einiges tun: „Wer Übergewicht abbaut, sich regelmäßig bewegt und auf seine Ernährung mit viel Obst und Gemüse achtet, verbessert seinen Stoffwechsel und beugt damit auch der Entstehung von Krebs vor", betont Dr. Kröger. Wichtig ist vor allem, dass Menschen mit Diabetes zur Krebsvorsorge gehen. Denn je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Der Weltkrebstag findet jedes Jahr am 4. Februar statt. Er wurde 2006 von der Welt-Krebsorganisation (UICC) ins Leben gerufen, um international zu effektiven Maßnahmen im Kampf gegen Krebs aufzurufen.

Mehr Informationen im Internet:

http://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/begleiterkrankungen/diabetes_und_krebs/

DiabetesDE/IS, springermedizin.at

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