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Die hohe Rate an Schädel-Hirn-Trauma-Fällen durch Sturz bei geriatrischen Patienten legt nahe, dass hier dringend präventive Maßnahmen nötig sind.
 
Innere Medizin 3. Februar 2014

Epidemiologie des Schädel-Hirn-Traumas in Österreich

Ziel der Studie: Schädelhirntraumen (SHT) sind eine relevante Ursache von potentiell verhinderbaren Todesfällen. Das Ziel der Studie war, Daten zur Epidemiologie des SHT in Österreich zu erheben.

Methodik: Angaben zu SHT-bedingten Spitalaufnahmen und Ambulanzbesuchen sowie zu präklinischen und innerklinischen Todesfällen für die Jahre 2009–2011 wurden von verschiedenen Institutionen zur Verfügung gestellt. Angaben zur Bevölkerung (Geschlechtsverteilung, Altersgruppen, Einwohnerzahlen der österreichischen Gemeinden) der Jahre 2009–2011wurden von der Webseite der „Statistik Austria“ heruntergeladen. Inzidenz, Letalität, und Mortalität wurden für die gesamte Population sowie für Altersgruppen errechnet.

Ergebnisse: Inzidenz (303/100.000/Jahr), Letalität (3,6 %), und Mortalität (11/100.000/Jahr) des SHT in Österreich entsprechen den Werten, die für andere europäische Länder erhoben wurden. Auffällig war die hohe Anzahl von geriatrischen SHT-Fällen. Das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Fällen betrug 1,4:1 insgesamt, und betrug 2,2:1 in Fällen mit letalem Ausgang. Der häufigste Unfallmechanismus war Fall/ Sturz; Verkehrsunfälle machten nur sieben Prozent der Fälle aus.

Männer verstarben häufiger durch Verkehrsunfälle und Selbstmorde, Frauen verstarben häufiger durch Fall/ Sturz. Letalität und Mortalität nahmen mit zunehmendem Alter zu. Die Letalität war höher bei Patienten aus Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte. In Regionen mit einem Krankenhaus, das SHT-Fälle versorgt, war die Mortalität niedriger als in Regionen ohne solches.

Schlussfolgerungen: Die hohe Rate an SHT-Fällen durch Fall/Sturz bei geriatrischen Patienten legt nahe, dass hier Präventionsmaßnahmen dringend erforderlich sind.

 

Der Original-Artikel Epidemiology of traumatic brain injury in Austria ist auf SpringerLink Open Access im Volltext zugänglich.

Walter Mauritz · Alexandra Brazinova · Marek Majdan · Johannes Leitgeb, Wiener klinische Wochenschrift 1/2/2014

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