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Innere Medizin 30. Juni 2005

Auch Fitness schützt Raucher nicht

Rauchen wurde neben ungünstigen Blutfett-Kombinationen zweifelsfrei als wichtigster Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten identifiziert.

Körperliche Fitness ist ein entscheidender Faktor in der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zeigt eine aktuelle deutsche Untersuchung von mehr als 6.700 Anwärtern für eine militärische Flugausbildung, die beim ESC in München präsentiert wurde. Wer es allerdings nicht schafft, mit dem Rauchen aufzuhören, den schützt auch Fitness nicht vor den häufigsten Todesursachen in Europa.

Prävention soll früh beginnen

Nicht nur ältere Menschen und Risikogruppen sollten auf ihre körperliche Fitness achten und auf die Zigarette verzichten. Auch junge, gesunde Menschen können so Herzerkrankungen wirksam vorbeugen. Dr. Jens Metrikat vom Institut für Flugmedizin der Deutschen Luftwehr in Fürstenfeldbruck und Dr. Jan Ortlepp von der Universität Aachen hatten eine Gruppe von 6.700 jungen Männern zwischen 18 und 21 Jahren untersucht. Die Probanden wurden mit einem Fahrradergometer auf ihre körperliche Fitness getestet und nach ihren sportlichen Aktivitäten und Ausdauertrainings sowie ihren Trink- und Rauchgewohnheiten befragt. Außerdem wurden klassische Herz-Risikofaktoren wie Blutdruck oder die Blutfettwerte gemessen. Die generellen sportlichen Aktivitäten der jungen Männer, fanden Metrikat und Ortlepp heraus, standen in keinem Zusammenhang mit den gemessenen Risikofaktoren. Ausschließlich eine bessere Kondition, gemessen in Kraft pro Kilogramm Körpergewicht am Ergometer, zeigte einen positiven Einfluss auf Blutdruck- und Blutfettwerte – beides wesentliche Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Atherosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfälle.

Hinweise auf Entzündungen

Als wichtig in Sachen Herzgesundheit stellten sich auch die Trink- und Rauchgewohnheiten der jungen Männer heraus: So spiegelte sich regelmäßiger Alkoholkonsum in höheren Blutdruckwerten wider, und bei Rauchern konnten die Mediziner höhere Triglyzerid-Werte messen. Raucher wiesen allerdings auch eine erhöhte Leukozytenwerte auf. Entzündungen spielen beim Entstehen zahlreicher weit verbreiteter Herz-Kreislauf-Krankheiten bekannterweise eine wichtige auslösende Rolle. Diese Ergebnisse waren freilich bei Rauchern auch dann zu beobachten, wenn ihr allgemeiner Fitness-Zustand sehr gut war. Fazit: Auch eine gut körperliche Fitness schützt nicht vor den negativen Folgen des Rauchens. „Dieses und viele andere Forschungsergebnisse untermauern unsere Vorsorge-Appelle", so Prof. Dr. Eckart Fleck, Direktor der Abteilung für Kardiologie des Deutschen Herzzentrums in Berlin DGK: „Mit der Vorbeugung für die Herzgesundheit kann man gar nicht früh genug beginnen. Gerade junge, gesunde Menschen können ihr Risikoprofil ganz klar verbessern, wenn sie auf ihre körperliche Fitness achten und nicht rauchen. Zumal das Risiko gerade bei jüngeren Frauen und Männern höher ist als bei älteren.“

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