zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 30. Juni 2005

KHK: Die vielfältigen Waffen der Prävention

Die Reduktion oder Beseitigung von Risikofaktoren und Veränderungen des Lebensstils sind die grundlegenden Maßnahmen zur Verbesserung der Prognose von KHK-Patienten.

Heutzutage steht eine Palette pharmakologischer Optionen für die Prävention zur Verfügung, die nachweislich einen günstigen Einfluss auf die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität haben.

  • Thrombozytenfunktionshemmer: Basismedikation bei allen Patienten mit KHK ohne Kontraindikationen sollte aufgrund seiner antithrombotischen Wirkung und der relativ niedrigen Kosten Acetylsalicylsäure (ASS, 75 - 300 mg/Tag) sein. Studien zur Sekundärprävention nach Myokardinfarkt und zur Therapie bei instabiler wie auch stabiler Angina pectoris belegen eine Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen. Als alternativer Plättchenhemmer steht das über ADP-Hemmung antithrombotisch wirkende Clopidogrel zur Verfügung. Mit Clopidogrel ist in einer großen Studie bei Patienten mit atherothrombotischer Gefäßerkrankung - darunter auch viele mit KHK - die Rate kardiovaskulärer Komplikationen im Vergleich zu ASS sogar etwas stärker gesenkt worden. Nach Koronarangioplastie mit Stent-Implantation ist die zeitlich befristete duale Plättchenhemmung mit Clopidogrel und ASS zur Vorbeugung von Stent-Thrombosen heute Standardregime.

Neue Therapiekonzepte

Dieses Therapiekonzept hat sich in der CURE-Studie auch in der Sekundärprävention nach akutem Koronarsyndrom ohne ST-Streckenhebung (NSTEMI) bewährt. Durch eine bis zu einjährige Behandlung mit Clopidogrel zusätzlich zur Standardtherapie (inklusive ASS) wurde das Risiko für atherothrombotische Ereignisse signifikant um 20 Prozent gesenkt. In der CREDO-Studie erwies sich das Konzept der dualen Plättchenhemmung auch in der Langzeitprävention nach elektiver perkutaner Koronarintervention als erfolgreich. Eine zwölfmonatige Behandlung mit Clopidogrel und ASS senkte hier das Risiko für Tod, Myokardinfarkt und Schlaganfall signifikant um 27 Prozent.

  • Betablocker: Auch Betablocker gehören zur Basismedikation bei KHK-Patienten. Ihre prognostisch günstige Wirkung ist vor allem in der Sekundärprävention nach Myokardinfarkt dokumentiert.
  • ACE-Hemmer: ACE-Hemmer haben ihre kardioprotektive Wirkung bei KHK-Patienten wiederholt unter Beweis gestellt. Bei Patienten mit Myokardinfarkt und Zeichen einer gestörten kardialen Pumpfunktion führten ACE-Hemmer zu einer Verbesserung der Prognose.
    Ramipril senkte in der HOPE-Studie bei Risikopatienten mit vaskulärer Erkrankung (inklusive KHK) oder Diabetes und weiteren Risikofaktoren die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität. Neueste Ergebnisse der EUROPA-Studie bestätigen den Nutzen eines ACE-Hemmers bei einem breiteren Spektrum von KHK-Patienten.
  • Statine: Der Nutzen der Lipidsenkung mit Statinen wie Simvastatin, Pravastatin oder Fluvastatin ist bei einem breiten Spektrum von Patienten mit KHK oder mit hohem KHK-Risiko dokumentiert. Die Höhe des Cholesterinspiegels hat als Kriterium für die Indikationsstellung zur Lipidtherapie immer mehr an Bedeutung verloren.

Dafür ist das individuelle kardiovaskuläre Gesamtrisiko als Behandlungskriterium in den Vordergrund gerückt. Zu dieser Entwicklung hat unter anderem die HPS-Studie (mit Simvastatin) beigetragen. Ihre Ergebnisse belegen eine Prognoseverbesserung auch bei Risikopatienten, deren Cholesterinspiegel nach herkömmlicher Auffassung als niedrig gelten. Im vorzeitig gestoppten Lipidarm der ASCOT-Studie ist bei Hypertonikern mit eher durchschnittlichen Cholesterinwerten die Wirkung von Atorvastatin geprüft worden. Das Risiko für Koronarereignisse wurde durch diese Therapie signifikant um 36 Prozent gesenkt. Bei KHK-Patienten wird heute eine Senkung des LDL-Cholesterins auf unter 100 mg/dl empfohlen. Mittel der Wahl sind Statine. Zumindest für Hochrisiko-Patienten wird diese Empfehlung möglicherweise noch verschärft.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben