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Innere Medizin 3. April 2006

Negierte Infarktsymptome

Selbst Betroffene, die bereits einen Infarkt hinter sich haben, nehmen ihre Beschwerden häufig nicht ernst.

Gerade die ersten Stunden nach dem Infarkt entscheiden oft über Leben und Tod. „Nur 38 Prozent der Infarkt-Patienten suchen innerhalb der ersten Stunde nach der Attacke ärztliche Hilfe“, berichtete Dr. Nicolas Bett von der australischen „National Heart Foundation“ auf dem Europäischen Kardiologenkongress in München über eine aktuelle Studie. Besonders beunruhigend aus medizinischer Sicht: Auch jene Betroffenen, die bereits einmal einen Herzinfarkt erlitten oder eine Angioplastie oder Bypass-Operation hinter sich haben, nehmen offenbar die Infarkt-Symptome nicht ernster als „unerfahrene“ Infarkt-Opfer und kommen genauso spät in die Behandlung.
Die meisten Todesfälle gibt es innerhalb der ersten Stunden nach dem Infarkt, und das vor allem, weil viele Betroffene zu spät zum Arzt oder in die Notaufnahme kommen. In Deutschland verlängerte sich sogar in dem vergangenen Jahrzehnt die durchschnittliche Prähospitalzeit – also der Zeitabschnitt zwischen Infarkt und Behandlungsbeginn in einem Spital – von 166 in den Jahren 1995/96 auf 190 Minuten in den Jahren 2001/02.
Bei einer entsprechenden Optimierung der prästationären und stationären Behandlung von Herzinfarkt-Patienten lässt sich die Sterblichkeit nachweislich senken und auch das Langzeitüberleben verbessern.

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