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Innere Medizin 5. April 2006

Erfolg mit Perindopril bei stabiler KHK

ACE-Hemmer haben sich bereits bei Hypertonie, Herzinsuffizienz und bei Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko als wirksam erwiesen. In der
EUROPA-Studie ist das Spektrum der gesicherten Wirkungen jetzt noch erweitert worden: Nachgewiesen wurde, dass Perindopril bei Patienten mit stabiler Koronarer Herzerkrankung (KHK) die Inzidenz ischämischer Ereignisse signifikant senkt.

EUROPA (EURropean trial On reduction of cardiovascular risk with Perindopril in stable coronary Artery disease) ist die bisher größte Studie zur Prävention bei KHK-Patienten. Anders als in einer früheren ACE-Hemmer-Studie (HOPE), in die gezielt Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko aufgenommen worden sind, ist man in EUROPA weniger selektiv vorgegangen.
In dieser Studie war ein breites Spektrum von Patienten mit dokumentierter stabiler KHK ohne Herzinsuffizienz vertreten, deren kardiovaskuläres Risiko als vergleichsweise niedrig einzustufen war. Nach Einschätzung von Studienleiter Prof. Dr. Kim Fox, Royal Brompton Hospital, London, UK, repräsentiert diese Population besser als in anderen Studien das Spektrum typischer KHK-Patienten in der Praxis.
Insgesamt 12.218 KHK-Patienten (in Österreich 17) erhielten randomisiert entweder Perindopril (8 mg einmal täglich) oder Placebo. Die Studienmedikation ist dabei zusätzlich zu einer Standardtherapie verordnet worden, die zu einem hohen Teil Medikamente mit gesicherter prognoseverbessernder Wirkung (ASS, Betablocker, Statine) enthielt.
Trotz einer optimierten Basistherapie konnte bei diesen Patienten mit Perindopril (Coversum®) die Rate klinischer KHK-Komplikationen weiter gesenkt werden. Während der im Schnitt 4,2-jährigen Beobachtungszeit lag die Inzidenzrate für die im primären Endpunkt kombinierten Ereignisse (kardiovaskulär bedingter Tod, Myokardinfarkt und Herzstillstand) mit Placebo bei 9,9 Prozent.
Mit nur 8 Prozent war diese Rate in der Perindopril-Gruppe deutlich niedriger, wobei der Unterschied einer signifikanten Risikoreduktion um 20 Prozent entspricht. Der entscheidende Effekt war dabei die Verhütung tödlicher und nicht tödlicher Herzinfarkte, deren Inzidenz durch Perindopril signifikant um 24 Prozent gesenkt wurde.
Eine vorbeugende Wirkung hatte Perindopril auch auf die Entwicklung einer Herzinsuffizienz. So war das Risiko der Patienten, aufgrund erstmals aufgetretener Symptome einer Herzinsuffizienz in die Klinik zu müssen, unter Perindopril signifikant um 39 Prozent niedriger als unter Placebo. Um den absoluten Nutzen dieser Therapie zu verdeutlichen, präsentierte Fox diese auf den Daten basierende Kalkulation: Um ein kardiovaskuläres Ereignis zu verhindern, müssen 50 KHK-Patienten vier Jahre lang mit Perindopril behandelt werden.

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