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Innere Medizin 30. Juni 2005

Neue Leitlinien in der Prävention

"Selbst mit den modernsten Mitteln der Medizin können wir die kardiovaskulären Erkrankungen nicht in den Griff bekommen", warnte der britische Experte Prof. Dr. Ian Graham beim Europäischen Kardiologenkongress in Wien. Deshalb wurden neue Leitlinien zur Prävention erstellt.

Graham: "Derzeit sterben weltweit rund 15 Millionen jährlich an kardiovaskulären Krankheiten. Im Jahr 2020 werden es 25 Millionen sein. Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln sich langsam ab der Kinderheit - aber sie killen die Betroffenen dann sehr schnell."
Und so sollten Gefährdete und Ärzte "Herzinfarkt, Schlaganfall & Co." nach der Vorstellung der Europäischen Kardiologischen Gesellschaft bekämpfen:

  • Ärzte sollten jedem Menschen ein Risikoprofil (Geschlecht, Blutdruck, Cholesterin, Rauchen) erstellen. Menschen mit einem Zehn-Jahres-Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung von fünf oder mehr Prozent sollten die maximale Aufmerksamkeit bekommen.

  • Jeder Raucher sollte zum Aufhören angehalten werden beziehungsweise sich dazu entschließen.

  • Bevorzugung von Obst, Gemüse, Getreide-Produkten und Fisch in der Ernährung. Der Fettanteil sollte 30 Prozent nicht übersteigen. Die Aufnahme von Cholesterin sollte unter 300 Milligramm/Tag liegen.

  • Am besten 30 bis 45 Minuten körperliche Betätigung vier bis fünf Mal pro Woche (60 bis 75 Prozent der maximalen Herzfrequenz).

  • Wer einen Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 25 aufweist, sollte abnehmen, dasselbe gilt für Menschen mit einem Hüftumfang von mehr als 102 Zentimetern bei Männern und mehr als 88 Zentimetern bei Frauen.

  • Der Blutdruck sollte bei allen Menschen mit einem höheren Herz- Kreislauf-Risiko (über fünf Prozent Wahrscheinlichkeit wie oben angegeben) niedriger als 140/90 mmHg sein. Bei manchen Betroffenen, zum Beispiel Diabetikern, sind 130/80 mmHg anzupeilen.

  • Cholesterin: Das Gesamtcholesterin sollte 190 mg/dl nicht übersteigen; das "böse" LDL-Cholesterin sollte nicht über 115 mg/dl betragen. Für bereits Herzkranke, Diabetiker etc. gelten strengere Werte: weniger als 175 mg/dl Gesamtcholesterin, davon weniger als 100 mg/dl LDL-Cholesterin.

  • Bei Typ2-Diabetikern sollte die Blutzuckereinstellung so "scharf" sein, dass der HbA1c-Wert als Maßstab für die Glukosespiegel im Blut de facto an der oberen Grenze Gesunder (HbA1c zwischen vier und sechs) liegt: 6,1 Prozent.

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