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Innere Medizin 5. April 2006

Candesartan senkt Mortalität

Auswertungen der CHARM (Candesartan in Heart Failure - Assessment of Mortality and Morbidity)-Studie bestätigen die Effektivität des Angiotensin-Rezeptorblockers Candesartan zur Reduktion der kardialen Mortalität und der Hospitalisierungsrate.

Im Rahmen des ESC wurden die Ergebnisse der CHARM-Studie präsentiert. Prof. Dr. Karl Swedberg, Universität Göteborg, war einer der beiden Hauptuntersucher der von Astrazeneca gesponserten CHARM-Studie: "Während sich die Inzidenz der meisten kardiovaskulären Erkrankungen stabilisiert, bleibt die chronische Herzinsuffizienz eine sehr ernste und teure Erkrankung, welche die Patienten nicht nur schweren Symptomen, sondern auch einem hohen Risiko für einen frühen Tod aussetzt. In den letzten zehn bis 15 Jahren hat die Therapie der chronischen Herzinsuffizienz große Fortschritte gemacht. Dennoch besteht weiterhin großer Bedarf für neue Therapieformen."
Die Studie umfasste ein Kollektiv von 7.601 Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz. Ziel war die Untersuchung der Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Therapie mit dem Angiotensin-II-Rezeptorblocker Candesartan (Atacand®, Blopress®) gegenüber Placebo.
Der primäre Endpunkt bestand aus einer Kombination von kardiovaskulärem Tod oder Spitalseinweisung wegen Verschlechterung der Herzinsuffizienz. Die Patienten wurden in drei unabhängig voneinander laufende Substudien eingeteilt.
Die CHARM-Alternative Studie umfasste 2.028 Patienten mit einer Auswurffraktion von <40 Prozent und einer Unverträglichkeit für ACE-Hemmer.
In die CHARM-Added Studie wurden 2.548 Patienten mit einer Auswurffraktion von < 40 Prozent eingeschlossen. Diese Patienten standen alle unter einer Therapie mit einem ACE-Hemmer.
Die CHARM-Preserved umfasste 3.023 Patienten. Diese Patienten litten zwar auch an chronischer Herzinsuffizienz, die Linksventrikelfunktion war jedoch mit >40 Prozent erhalten.
Die CHARM-Alternative Studie ergab eine statistisch signifikante, 23-prozentige Risikoreduktion für den primären Endpunkt (s.Abb.).
In der CHARM-Added Studie standen die Patienten bereits unter einer Therapie mit einem ACE-Hemmer. Dennoch gelang es, durch Zugabe des ARB Candesartan, eine 15-prozentige Risikoreduktion für den primären kombinierten Endpunkt zu erzielen. Die Verträglichkeit der zusätzlichen Therapie mit Candesartan war dabei sehr hoch.
In der CHARM-Preserved Studie zeigte sich ein Trend in Richtung einer Risikoreduktion für kardiovaskulären Tod oder Spitalseinweisung wegen Verschlechterung der Herzinsuffizienz.
Die gepoolte Analyse der drei Studien mit Candesartan ergab eine signifikante Risikoreduktion für den kardiovaskulären Tod. Zusätzlich fanden die Untersucher eine signifikante 22-prozentige Reduktion der Diabetes-Neuerkrankungen und einen deutlichen Trend in Richtung Reduktion der Gesamtmortalität.
Swedberg: "Die Ergebnisse der CHARM-Studie werden die Therapie der chronischen Herzinsuffizienz deutlich beeinflussen. Durch diese Form der Therapie können Leben von Herzinsuffizienten gerettet werden; unabhängig davon, ob sie ACE-Hemmer oder Betablocker nehmen oder nicht, und unabhängig von der linksventrikulären Auswurffraktion." HN ó
Die Ergebnisse der CHARM-Studie wurden Anfang September im Lancet veröffentlicht.

 detail

Die CHARM-Alternative Studie ergab eine statistisch signifikante, 23-prozentige Risikoreduktion (p<0,0004) für den primären Endpunkt.

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