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Innere Medizin 30. Juni 2005

"Defi" prophylaktisch nach Infarkt?

Atlanta. Ein prophylaktisch implantierter Defibrillator (ICD) erhöht signifikant die Überlebenschancen von Patienten mit Myokardinfarkt und linksventrikulärer Dysfunktion, wie die Ergebnisse der MADIT-II-Studie belegen. An MADIT II (Multicenter Automatic Defibrillator Implantation Trial II) nahmen 1.232 Postinfarkt-Patienten mit einer Auswurffraktion unter 30 Prozent teil. 742 erhielten einen ICD, 490 ohne ICD bildeten die Kontrollgruppe. Alle erhielten die bestmögliche medikamentöse Therapie. Auf eine elektrophysiologische Testung zur Bestimmung des Arrhythmie-Risikos wurde in MADIT-II verzichtet.

Die Studie ist aufgrund einer signifikant höheren Überlebensrate mit ICD vorzeitig beendet worden. Nach im Durchschnitt 20 Monaten waren in der Kontrollgruppe 19,8 Prozent gestorben, mit ICD 14,2 Prozent, berichtete Studienleiter Dr. Arthur Moss aus Rochester. Dies entspricht einer signifikanten Reduktion der Mortalität durch den implantierbaren Defibrillator um 28 Prozent. Moss hält danach die prophylaktische Implantation eines Defibrillators bei Patienten mit linksventrikulärer Dysfunktion nach einem Infarkt für empfehlenswert. Er schätzt, dass allein in den USA bis zu drei Millionen Patienten potenzielle Kandidaten dafür sind. Über die enormen Kosten wäre er sich bewusst, so Moss.

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