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Innere Medizin 30. Juni 2005

Gymnastik senkt Blutdruck

Regelmäßige körperliche Aktivität gilt heute als ein wesentliches Therapieprinzip bei arterieller Hypertonie. Die antihypertensive Wirkung von (moderat betriebenem) Sport beruht neben der Gewichtsreduktion unter anderem auf einer Reduktion des peripheren Widerstandes, der Verbesserung einer endothelialen Dysfunktion, einer Steigerung der Insulinsensitivität der arbeitenden Skelettmuskulatur und auf rheologischen Effekten. 

Das Trainingsprogramm ist auf die physischen und psychischen Voraussetzungen seitens des Patienten, vor allem den Schweregrad der Hypertonie sowie gegebenenfalls auf parallel eingenommene Antihypertensiva abzustimmen. Bei ausgeprägter Hypertonie oder bereits bestehenden Sekundärkomplikationen sollte eine medikamentöse Blutdruckeinstellung dem Trainingsprogramm vorangehen. Als Zielwerte gelten eine Trainingshäufigkeit von mehr als zweimal pro Woche, je 20 bis 60 Minuten, wobei der aerobe Bereich nicht überschritten werden sollte. 

Ein besonders praxisrelevantes Problem stellt die Motivierung des Patienten beziehungsweise die Compliancesicherung im Hinblick auf regelmäßige körperliche Aktivität dar. Wichtig ist, die richtige Bewegungsform für den Patienten zu finden und darauf zu achten, dass er keine Medikamente nimmt, die den Bewegungsdrang "künstlich" dämpfen. Hier ist es ratsam, sich von pauschalierten Empfehlungen zu lösen, vielmehr ist ein indivudualisiertes Vorgehen erforderlich. 

Geeignete Bewegungsformen sind Rad fahren, Walking, Laufen, Schwimmen, Inlineskating, Skilanglauf etc. Auch regelmäßige Gymnastik senkt den Blutdruck, und zwar unabhängig davon, ob die Personen Hypertonie oder Übergewicht haben, oder ob sie völlig gesund sind - so das Ergebnis eine Meta-Analyse von 54 Studien mit etwa 2.420 Teilnehmern. Forscher aus New Orleans im US-Staat Louisiana hatten dabei Daten von Studien zusammengefasst, bei denen der Blutdruck von Personen verglichen wurde, die an Gymnastik-Übungen teilnahmen, und solchen, die keinerlei Bewegungsübungen oder Sport machten.

Bei den Personen mit regelmäßiger Gymnastik sank der systolische Blutdruck im Schnitt um 3,8 mmHg, der diastolische um 2,6 mmHg. Dagegen gab es keine deutliche Änderungen des Blutdrucks bei Personen ohne Training (Ann Intern Med 136, 2002, 493). Der Effekt hing nicht davon ab, welche Art von Übungen die Personen bevorzugten. Durch die Gymnastik sei der Blutdruck stärker gesenkt worden, als es etwa durch eine Alkohol- oder Salzreduktion möglich ist, berichten die Forscher.

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