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Innere Medizin 30. Juni 2005

Herzinsuffizienz: Zu wenig Betablocker verordnet

Stockholm. "Es wäre wünschenswert, wenn bei allen Patienten mit Herzinsuffizienz die Verordnung der Betablocker auf über 60 Prozent ansteigen würde", sagt Prof. Helmut Drexler aus Hannover.
"Und auch der Anteil der Patienten, die einen ACE-Hemmer erhalten, könnte noch weiter steigen, denn mit diesen Maßnahmen werden Leben gerettet", betonte er beim Europäischen Kardiologenkongress in Stockholm. Anlass waren neue Daten aus dem EURO Heart Survey, mit dem die Verordnungsrealität in 150 Kliniken aus 26 Ländern erhoben worden ist. Etwa 85 Prozent der Herzinsuffizienz-Patienten erhalten danach ein Diuretikum, mehr als 60 Prozent einen ACE-Hemmer, etwa 38 Prozent einen Betablocker und 37 Prozent Digitalis. Weiters erhalten 35 Prozent ein Nitrat, 21 Prozent Spironolacton und fünf Prozent einen AT-II-Antagonisten.
Wenn man die Verordnungsrealität den neuen Richtlinien zur Herzinsuffizienztherapie gegenüberstellt, dann werden Defizite sichtbar. Ein möglicher Hemmschuh bei der Betablocker-Therapie sei immer noch der Eindruck vieler Ärzte, dass damit der Glukosestoffwechsel etwa bei Diabetes ungünstig beeinflusst wird. "Das primäre Interesse muss aber dem Überleben der Herzinsuffizienz-Patienten gelten, weshalb ein Be- tablocker ungeachtet von Stoffwechseleinflüssen gegeben werden sollte", so Drexler. 

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