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Innere Medizin 30. Juni 2005

Kombinationstherapien verbessern Lyse-Erfolg

Stockholm. Zwei neue Schemata zur thrombolytischen Therapie beim Herzinfarkt haben sich in der jetzt erstmals vorgestellten ASSENT-3-Studie als erfolgreich erwiesen.
6.095 Patienten mit frischem Myokardinfarkt sind in der Studie (Assesment of the safety and efficacy of a new thrombolytic regimen) mit Tenecteplase, einer gentechnisch hergestellten Variante von Alteplase, behandelt worden. 

Tenecteplase ist ein Plasminogen-Aktivator, der über eine höhere fibrinloytische Aktivität als das natürliche t-PA und eine höhere Resistenz gegen eine Inaktivierung durch Plasminogen-Inaktivator verfügt.
Je ein Drittel der Patienten erhielt zusätzlich eine Behandlung mit Standardheparin (Referenztherapie), dem GP-IIb/IIIa-Rezeptorblocker Abciximab oder dem niedermolekularen Heparin Enoxaparin. Den primären kombinierten Endpunkt bildeten die Ereignisse Tod innerhalb von 30 Tagen und Reinfarkt sowie refraktäre Ischämien während des Klinikaufenthaltes.

Die Gesamtrate dieser Ereignisse betrug in der mit Standardheparin behandelten Gruppe 15,4 Prozent, berichtete Prof. Frans Van De Werf aus Belgien. Mit den neuen Therapien wurde im Vergleich dazu eine signifikant geringere Ereignisrate erzielt: 11,4 Prozent in der Enoxaparin-Gruppe und 11,1 Prozent in der Abciximab- Gruppe. 

Auch wenn zusätzlich das Blutungsrisiko ins Kalkül gezogen wurde (zweiter Primär-Endpunkt), schnitten die neuen Therapien besser ab.
Im direkten Vergleich der beiden neuen Therapien kann die Kombination Tenecteplase plus Enoxaparin nach Ansicht von Van De Werf wegen der einfacheren Handhabbarkeit gewisse Vorteile verbuchen.

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