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Innere Medizin 30. Juni 2005

Hoffnung bei dekompensierter Herzinsuffizienz

Stockholm. Für Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz ist seit kurzem in mehreren Ländern eine viel versprechende neue Substanz zugelassen. Sie heißt Levosimendan und dürfte im Vergleich zu positiv inotropen Substanzen wie Dobutamin oder Milrinon entscheidende Vorteile haben.

Levosimendan erhöht die Kontraktilität des Herzens, ohne dass mehr Sauerstoff verbraucht wird, und führt zugleich zur Dilatation der Gefäße. Bei Patienten, die in der Phase der Dekompensation Levosimendan bekommen hatten, war die Sterblichkeit nach 180 Tagen geringer als bei Patienten, die Dobutamin erhalten hatten. Levosimendan ist das bisher erste Mittel aus einer neuen Gruppe von Arzneimitteln, der Kalzium- Sensitizer.

Der Nutzen von Levosimendan ist, wie die Professoren Willem J. Remme, Rotterdam, und John G.F. Cleland, Kingston upon Hull in England, hervorgehoben haben, besonders in zwei Studien (doppelblind, randomisiert, kontrolliert) nachgewiesen worden. In der LIDO-Studie hatten 203 Patienten entweder diese neue Substanz oder Dobutamin in einer 24-Stunden-i.v.-Infusion erhalten. Ergebnis: Die Leistung des Herzens war mit dem Kalzium-Sensitizer signifikant verbessert worden. In der RUSSLAN-Studie wurden die Ergebnisse einer 6-Stunden-i.v.- Infusion von Levosimendan oder Placebo bei Herzinsuffizienz-Patienten verglichen, bei denen es nach einem Herzinfarkt zu einem linksventrikulären Leis- tungseinbruch kam.
Auch hier waren positive Ergebnisse zu verzeichnen. In den kommenden Monaten wird die Zulassung auch für Österreich erwartet. 

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