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Innere Medizin 30. Juni 2005

30 Prozent weniger Herztode und Infarkte durch Ergometertraining

Stockholm. KHK-Patienten, bei denen eine PTCA gemacht oder ein Stent implantiert wurde, profitieren von einem leichten Ausdauertraining dreimal pro Woche: Sie haben dann wesentlich weniger kardiovaskuläre Ereignisse, müssen viel seltener ins Krankenhaus und haben eine höhere Lebensqualität als Patienten, die nicht trainieren.

Das hat eine italienische Studie ergeben, an der 118 KHK-Patienten mit einem Durchschnittsalter von 57 Jahren teilgenommen haben. Die 90 Männer und 28 Frauen hatten sich alle einer PTCA oder Stent-Operation an einem oder an zwei Koronargefäßen unterzogen. Die Hälfte der Studienteilnehmer nahm an einem sechsmonatigen Trainingsprogramm teil. Sie absolvierten dreimal pro Woche ein etwa einstündiges Training, und zwar zunächst 15 Minuten Stretching und dann etwa 35 Minuten auf dem Fahrradergometer inklusive einer fünfminütigen Aufwärmphase. Die Patienten in der Kontrollgruppe betrieben keinen Sport. Die Ergebnisse seiner Arbeitsgruppe hat Dr. Romualdo Belardinelli aus Ancona in Italien beim Kardiologen-Kongress in Stockholm vorgestellt: Obwohl die Restenoserate bei den sportlich aktiven Patienten nicht wesentlich geringer war als bei den anderen Studienteilnehmern, war die Rate der kardiovaskulären Ereignisse (Herztod, Myokardinfarkt, erneute PTCA oder Bypass-Op) nach durchschnittlich 33 Monaten in der Trainingsgruppe mit sieben Ereignissen deutlich geringer als in der Kontrollgruppe. Statistisch bedeutet das eine relative Risikoreduktion um 30 Prozent.
"In der Sportgruppe mussten 18 Prozent der Patienten erneut ins Krankenhaus, in der Kontrolle 46 Prozent", so der Kardiologe.

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