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Innere Medizin 30. Juni 2005

Gesamtrisiko für Schlaganfälle reduziert

Wissenschaftler berichteten im British Medical Journal, dass der ACE (Angiotensin Converting Enzym)-Hemmer Ramipril bei Patienten mit hohem Risiko für Schlaganfälle die Wahrscheinlichkeit tödlicher und nicht-tödlicher Schlaganfälle nachweislich reduziert. Eine Analyse der 9.541 Patienten mit hohem kardialen oder zerebrovaskulären Risiko in der HOPE (Heart Outcomes Prevention Evaluation)-Studie, zeigte, dass die längerfristige Behandlung mit Ramipril im Vergleich zu Placebo das Gesamtrisiko von Schlaganfällen um 32 Prozent und das Risiko von tödlichen Schlaganfällen um 61 Prozent reduzierte. 

Weniger kognitive und funktionelle Beeinträchtigungen

Darüber hinaus litten signifikant weniger Patienten in der Ramipril-Gruppe an kognitiven und funktionellen Beeinträchtigungen, die häufig Folge von Schlaganfällen sind. Schlaganfälle sind weltweit die zweithäufigste Todesursache und in den Industrieländern die zweithäufigste Ursache von Behinderungen. "Die Ergebnisse dieser Analyse der HOPE-Studie weisen darauf hin, dass Patienten mit hohem Schlaganfallrisiko unabhängig von ihrem Ausgangsblutdruck zusätzlich zu anderen präventiven Maßnahmen wie blutdrucksenkenden Mitteln oder Aspirin mit Ramipril behandelt werden sollten", sagte Dr. Salim Yusuf von der McMaster University, der Hauptprüfer der HOPE-Studie. "Der verbreitete Einsatz eines ACE-Hemmers wie beispielsweise Ramipril bei Hochrisiko-Patienten hätte wahrscheinlich erhebliche Auswirkung auf die klinische Situation und das öffentliche Gesundheitswesen."

Wirkung nicht allein durch Blutdrucksenkung erklärbar

In Österreich wird der Wirkstoff Ramipril von Aventis Pharma verarbeitet. Er wird verbreitet eingesetzt, seit die ersten Veröffentlichungen der HOPE-Studie im Jahr 2000 seine Wirksamkeit zur Reduzierung der Inzidenz von Herzinfarkten und Todesfällen bei Hochrisiko-Patienten gezeigt haben. Die Wirkung von Ramipril bei der Reduzierung des Schlaganfallrisikos lässt sich nicht durch die Senkung des Blutdrucks allein erklären. Denn es wurde bei den Patienten der Ramipril-Gruppe sowohl beim systolischen (-3,8 mm Hg) als auch beim diastolischen Blutdruck (-2,8 mm Hg) nur eine mäßige Reduzierung beobachtet, die sich nicht signifikant von den Ergebnissen der Placebo-Gruppe unterschied.

"Die Wirkung der Behandlung mit Ramipril wurde bereits früh beobachtet, und die günstigen Auswirkungen nahmen während der gesamten Studie stetig zu", sagte Jackie Bosch, die im Koordinationszentrum der Studie dafür zuständige Prüfärztin. "Die Reduzierung des Schlaganfallrisikos zeigte sich durchgängig in den verschiedenen Untergruppen, die untersucht wurden, und war unabhängig von der leichten Reduzierung des Blutdrucks durch Ramipril." Die an der HOPE-Studie teilnehmenden Patienten waren mindestens 55 Jahre alt, wiesen keine Anzeichen einer Einschränkung der Herzleistung auf, hatten aber Anzeichen einer Gefäßerkrankung, Diabetes oder andere Risikofaktoren für Herzerkrankungen. Die Patienten erhielten zusätzlich zu ihrer Standardmedikation 10 mg Ramipril/Tag oder Placebo und wurden über einen Zeitraum von 4,5 Jahren beobachtet. Die Prüfer meldeten die Inzidenz von Schlaganfällen oder transitorischen ischämischen Attacken bei den Follow-up-Untersuchungen. Die Entlassungsberichte, Behandlungsunterlagen und Ergebnisse der Computertomographien (CT) oder Kernspintomographien wurden dokumentiert.

Ein zentrales Komitee wertete alle Schlaganfälle auf der Grundlage festgelegter Definitionen aus. Der Blutdruck wurde bei Aufnahme in die Studie, nach zwei Jahren und am Ende der Studie gemessen. Insgesamt erlitten 156 (3,4 Prozent) Patienten in der Ramipril-Gruppe einen Schlaganfall, während es in der Placebo-Gruppe 226 Patienten (4,9 Prozent, p = 0,0002) waren. Das Risiko eines tödlichen Schlaganfalls wurde bei den mit Ramipril behandelten Patienten um 61 Prozent reduziert (17 Ramipril-Patienten gegenüber 44 Placebo-Patienten). 

Quelle: Pressemitteilung vom 10. April 2002

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