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Innere Medizin 30. Juni 2005

Therapie bei Herzinfarkt: Was ist neu?

Das vergangene Jahrzehnt war charakterisiert durch frühzeitige Lyse beim akuten Herzinfarkt. Dies brachte zwar einen Rückgang der Mortalität, war aber doch mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden, wie etwa schweren Schlaganfällen. Die Suche nach Verbesserungen führte zu raschen Fortschritten in den PCI-Techniken. Wie Prof. Dr. Christian Bode, Universität Freiburg, Deutschland, beim "Mayo & Vienna Congress Cardiology 2002" berichtete, stehen jetzt neben der Lyse und der Kombination von Lyse mit GP II b/III a Blockern auch Stents und vor allem die "faciliated" PCI im Vordergrund.

Natürlich tauchten auch bei diesen Verfahren zahlreiche Fragen auf, wie etwa prähospitale Applikation oder weite Transportwege zu den Experten oder technische PCI-Möglichkeiten. Im Hinblick auf die eindeutige Senkung des relativen Todesrisikos und die Vermeidung von Hirnblutungen durch das perkutane Verfahren plädierte Prof. Dr. Kirk N. Garrat, Mayo Clinic, Rochester, selbst dann für die PCI, wenn dazu Anfahrten bis zu einer Dauer von drei Stunden in Kauf genommen werden müssen. Der Einsatz von Stents und GP II b/III a Inhibitoren ermöglicht auch für diabetische Patienten die PCI ohne erhöhtes Risiko.

Prof. Dr. Klaus Huber, Universitätsklinik für Innere Medizin II, Wien, fasste die gültigen Therapievorschläge folgendermaßen zusammen:

  • Sofort antithrombotische Therapie, Niedermolekulares Heparin durch 2 - 5 Tage
  • Aspirin 200 - 320 mg/die, Niedermolekulares Heparin in Kombination mit Clopidogrel 300 mg als "loading dose", dann 75 mg/die durch 9 - 12 Monate
  • Sehr früher Start der Angiographie mit oder ohne PCI
  • Sofort Beginn einer Plaquemodifikation durch ACE-Hemmer und Statine 

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