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Innere Medizin 30. Juni 2005

Angiotensin-II-Blocker mit Überlebensvorteil

Candesartan (Atacand®) reduziert die Häufigkeit kardiovaskulärer Todesfälle und von Spitalseinweisungen wegen Herzinsuffizienz bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz. Candesartan ist der erste Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB), der einen Überlebensvorteil in einem solchen Kollektiv zeigen konnte. Dies ergab die CHARM-Studie, die bisher größte Studie an Herzinsuffizienz-Patienten mit einem ARB.

Am Kongress der European Society of Cardiology (ESC) in Wien wurden am 31. August die Ergebnisse der CHARM-Studie präsentiert. Prof. Karl Swedberg, Universität Göteborg, war einer der beiden Hauptuntersucher der CHARM-Studie: "Während sich die Inzidenz der meisten kardiovaskulären Erkrankungen stabilisiert, bleibt die chronische Herzinsuffizienz eine sehr ernste und teure Erkrankung, welche die Patienten nicht nur schweren Symptomen, sondern auch einem hohen Risiko für einen frühen Tod aussetzt. In den letzten zehn bis 15 Jahren hat die Therapie der chronischen Herzinsuffizienz große Fortschritte gemacht. Dennoch besteht weiterhin großer Bedarf für neue Therapieformen."
Die CHARM-Studie umfasste ein Kollektiv von 7.601 Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz. Ziel war die Untersuchung der Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Therapie mit dem Angiotensin-II-Rezeptorblocker Candesartan gegen- über Placebo. Der primäre Endpunkt bestand aus einer Kombination von kardiovaskulärem Tod oder Spitalseinweisung wegen Verschlechterung der Herzinsuffizienz. Die Patienten wurden in drei unabhängig voneinander laufende Substudien eingeteilt.
Die CHARM-Alternative Studie umfasste 2.028 Patienten mit einer Auswurffraktion von <40 Prozent und einer Unverträglichkeit für ACE-Hemmer. In die CHARM-Added Studie wurden 2.548 Patienten mit einer Auswurffraktion von < 40 Prozent eingeschlossen. Diese Patienten standen alle unter einer Therapie mit einem ACE-Hemmer. Die dritte Substudie, CHARM-Preserved, umfasste 3.023 Patienten. Diese Patienten litten zwar auch an chronischer Herzinsuffizienz, die Linksventrikelfunktion war jedoch mit >40 Prozent erhalten.
Die CHARM-Alternative Studie ergab eine statistisch signifikante, 23-prozentige Risikoreduktion (p<0,0004) für den primären Endpunkt.

Zusätzlicher Benefit zur ACE-Hemmung

In der CHARM-Added Studie standen die Patienten bereits unter einer Therapie mit einem ACE-Hemmer. Dennoch gelang es, durch Zugabe des ARB Candesartan, eine 15-prozentige Risikoreduktion (p=0,011) für den primären kombinierten Endpunkt zu erzielen. Die Verträglichkeit der zusätzlichen Therapie mit Candesartan war dabei sehr hoch.
In der CHARM-Preserved Studie zeigte sich ein Trend (-11 Prozent; p=0,118) in Richtung einer Risikoreduktion für kardiovaskulären Tod oder Spitalseinweisung wegen Verschlechterung der Herzinsuffizienz.
Die gepoolte Analyse der drei Studien mit Candesartan ergab eine signifikante Risikoreduktion für den kardiovaskulären Tod. Zusätzlich fanden die Untersucher eine signifikante 22-prozentige Reduktion der Diabetes Neuerkrankungen und einen deutlichen Trend in Richtung Reduktion der Gesamtmortalität (p=0,055).
Swedberg: "Die Ergebnisse der CHARM-Studie werden die Therapie der chronischen Herzinsuffizienz deutlich beeinflussen. Durch diese Form der Therapie können Leben von Herzinsuffizienten gerettet werden; unabhängig davon, ob sie ACE-Hemmer oder Betablocker nehmen oder nicht, und unabhängig von der linksventrikulären Auswurffraktion."
Die Ergebnisse der CHARM-Studie wurden Anfang September im Lancet publiziert.

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