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Innere Medizin 30. Juni 2005

Nierenschäden erhöhen das kardiale Risiko

Bereits leichte Nierenfunktionsstörungen steigern bei Hypertonie das kardiovaskuläre Risiko. Auch erhöhte ADMA-Werte gelten als Risikofaktor.

Auswertungen großer Hochdruck-Studien wie HOPE und HOT belegen, dass bereits eine geringfügig eingeschränkte Nierenfunktion das kardiovaskuläre Risiko deutlich steigert. „Das waren alles Patienten, die noch normale Serum-Kreatinin-Werte hatten“, sagte Kongresspräsident Prof. Dr. Hermann Haller aus Hannover. „Wir sollten deshalb bei Hochdruck-Patienten nicht nur das Kreatinin und eine mögliche Mikroalbu­minurie bestimmen, sondern auch die Nierenfunktion abschätzen“.

Kreatininclearance bestimmen

Dafür eignet sich die Berechnung der Kreatinin-Clearance mit der Cockroft-Gault-Formel. Noch genauer ist die von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie favorisierte MDRD-Formel, in die auch das Serum-Albumin einfließt. Warum versteckte Nierenerkrankungen die Gefäße strapazieren, ist noch unklar. „Als mögliche Ursache wird eine gesteigerte sympathische Aktivität im Bereich der Nieren diskutiert, die klinisch kaum auffällt“, sagte Haller. Außerdem wurden bei leichter Nierenfunktionsstörung erhöhte Werte für asymmetrisches Dimethylarginin (ADMA) gemessen. Dieses Peptid blockiere die NO-Synthese und markiere den Beginn einer endothelialen Dysfunktion. Leichte Nierenfunktionsstörungen müssen demnach stärker als bisher als Indiz für einen Endorganschaden angesehen werden. Andere Komplikationen, wie etwa zerebrovaskuläre Schäden, die erst als Insult manifest werden, ließen sich weniger gut aufdecken.

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