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Innere Medizin 30. Juni 2005

Polyester-Strumpf bringt insuffizientes Herz in Form

Die fortschreitende Herzvergrößerung bei Herzinsuffizienz soll mit einem neuen Therapieansatz aufgehalten werden. Dabei wird dem dilatierten Herzen in einem operativen Eingriff ein Netz wie ein Strumpf übergezogen.

Nach ersten Studiendaten scheint dieses Verfahren von klinischem Nutzen zu sein. Mit fortschreitender Herzinsuffizienz verändert sich die Form des Herzens: Die Ventrikelinnenräume werden größer, die Wände werden dünner. Folge dieser Dilatation – auch als kardiales Remodeling bezeichnet – ist ein progredienter Leistungsverlust. Ein neuer Therapieansatz soll diesen Prozess zum Stoppen bringen. Zur mechanischen Unterstützung des Herzens wird dieses in einen Netzbeutel aus Polyester gehüllt, der der Dilatation Widerstand bietet und entlastend wirkt, aber elastisch genug ist, um nicht zu einer Konstriktion zu führen. In einer randomisierten Studie ist dieses innovative Behandlungsverfahren bei 300 Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz – davon etwa 80 Prozent im NYHA-Stadium III – auf seine klinische Wirksamkeit überprüft worden.
Bei 193 Patienten war aufgrund der insuffizient gewordenen Mitralklappen eine Operation erforderlich, bei der jeder zweite Patient den herzumhüllenden Netzstrumpf erhielt. Bei den übrigen 107 Patienten ist entweder die medikamentöse Behandlung fortgesetzt oder zusätzlich in einer eigenen Operation die Netzhülle um das Herz gelegt worden. In der „Netzherz“-Gruppe wurde während der im median 22-monatigen Beobachtungsdauer häufiger eine klinische Besserung beobachtet als in der Kontrollgruppe. Dies berichtete Studienleiter Dr. Douglas Mann aus Houston, Texas, bei der 77. Jahrestagung der American Heart Association in New Orleans. Auf die Mortalität und die Häufigkeit von Krankenhauseinweisungen hatte die Behandlung keinen Einfluss. Deutlich niedriger war jedoch die Zahl der vorgenommenen Herztransplantationen oder notwendigen Implantationen von linksventrikulären Unterstützungssystemen. Zusätzlich verringerten sich die linksventrikulären Volumina signifikant.

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