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Innere Medizin 30. Juni 2005

Die meisten Infarkte sind vorhersehbar

Die wichtigsten klassischen Risikofaktoren für einen Herzinfarkt sind der Studie „INTER-HEART" zufolge ein abnormes Blutfettverhältnis und Rauchen.

Die meisten der Daten von den über 15.000 Herzinfarkt-Patienten und 15.000 Kontrollpersonen stammen aus Entwicklungs- und Schwellenländern, vor allem aus China, Südostasien und Südamerika. Die Analyse wurde vom Leiter der Studie, Prof. Dr. Salim Yusuf von der McMaster-Universität in Hamilton, Kanada, im Rahmen des Europäischen Kardiologie-Kongresses (ESC) in München vorgestellt. „An der Spitze der ermittelten Risikofaktoren steht ein abnormes Verhältnis von Blutfetten, dem Apolipoprotein B zu Apolipoprotein A1“, so Yusuf. In Österreich ist es eher üblich, das analoge Verhältnis von LDL-Cholesterin zu HDL-Cholesterin zu betrachten. Mit dem Verhältnis der Blutfette waren in der Studie allein zwei Drittel aller Herzinfarkte zu erklären. Yusuf: „Zweitwichtigster Risikofaktor ist das Zigarettenrauchen. Schon ein bis fünf Zigaretten pro Tag steigern das Herzinfarkt-Risiko um 35 Prozent.“ Als weitere Risikofaktoren wurden ermittelt: Diabetes, Hypertonie, viszerale Adipositas, Stress, zu wenig Obst und Gemüse sowie Bewegungsmangel. Der regelmäßige Konsum geringer Alkoholmengen war mit einem leicht verringerten Risiko verknüpft. Dies gilt für Männer wie für Frauen und offenbar für viele ethnische Gruppen. „Bisher wurde meist angenommen, dass mit den Risikofaktoren nur jeder zweite Herzinfarkt erklärt werden kann. Die INTER-HEART-Studie liefert nun die wissenschaftlichen Grundlagen für nationale und internationale Programme zur Verringerung der inzwischen weltweit häufigsten Todesursache Herzinfarkt“, meinte Yusuf. Auch in China steht der Herzinfarkt inzwischen an erster Stelle der Todesursachen. Die ausführlichen Studienergeb-nisse werden am 11. September 2004 in der Zeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht.

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