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Innere Medizin 30. Juni 2005

Trainiert das schwache Herz sanft weiter!

Regelmäßiges Training kann bei reduzierter kardialer Pumpfunktion nicht nur die funktionelle Leistungsfähigkeit, sondern auch die Lebenserwartung der Patienten günstig beeinflussen.

Die Zahl der Todesfälle durch Herzinsuffizienz hat sich seit 1968 mehr als vervierfacht. Bei Herzinsuffizienz kommt es unter anderen zu Veränderungen in der Skelettmuskulatur, die zu einer Verschlechter-ung der aeroben Energiegewinnung führen. Auch die vasodilatierende Funktion des Gefäßendothels ist gestört. Dies begrenzt die Muskeldurchblutung bei Belastung, und körperliches Training kann diese extrakardialen Grundlagen der Belastungsintoleranz günstig beeinflussen. So wurde in jüngster Zeit in vielen Studien nachgewiesen, dass regelmäßiges Bewegungstraining bei Herzinsuffizienz die oxidative Kapazität der Skelettmuskulatur und die gestörte Endothelfunktion verbessert. Maximale Sauerstoff-aufnahme und Belastungstoleranz nahmen messbar zu.
In einer Metaanalyse sind neun Studien mit 801 Patienten mit stabiler chronischer Herzinsuffizienz ausgewertet worden, von denen 395 mindestens acht Wochen oder länger einem regelmäßigen Bewegungstraining unterzogen worden waren. Im Mittel nach zwei Jahren lag die Sterblichkeitsrate in der Gruppe mit körperlichem Training bei 22 Prozent; mit 26 Prozent war die entsprechende Rate in der Kontrollgruppe im Vergleich dazu signifikant höher. Auch auf die Rate von Todesfällen oder notwendigen Wiederaufnahmen in die Klinik (sekundärer kombinierter Endpunkt) hatte die Bewegungstherapie einen günstigen Einfluss. In der Kontrollgruppe betrug die entsprechende Ereignisrate 47 Prozent, in der körperlich stärker geforderten Gruppe dagegen nur 36 Prozent – auch dies ist ein signifikanter Unterschied zu Gunsten körperlichen Trainings.

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