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Innere Medizin 30. Juni 2005

Ein Hormon als Marker für Herzkrankheiten

Ein Hormon, das in der Kardiologie bislang relativ wenig Beachtung fand, spielt heute in der Risikoabwägung und Therapie von Herzinsuffizienz-Patienten eine immer entscheidendere Rolle.

Herzinsuffiziente Patienten weisen eine erhöhte Konzentration des BNP oder „B-type natriuretic peptide“ im Blut auf, einem Neurohormon, welches unter anderem auch vom Herzgewebe produziert und freigesetzt wird. Je schwerer die Erkrankung ist und je schlechter daher die Prognose, desto höher ist auch die BNP-Konzentration. In rezenten Diagnose- und Behandlungsrichtlinien internationaler Herz-Gesellschaften wird auf die Sinnhaftigkeit der Anwendung von BNP zur Verlaufskontrolle und für den optimalen Therapieeinsatz hingewiesen. Das wurde auch in einer multizentrischen Studie bestätigt, an der 1.500 Patienten mit Herzinsuffizienz teilnahmen. Diese „Breathing Not Properly-Study“ hat gezeigt, dass eine erhöhte BNP-Konzentration der beste Indikator für das Vorliegen einer akuten Herzinsuffizienz ist. Die Wahrscheinlichkeit der Diagnose „akute Herzinsuffizienz“ war bei einer überschwelligen BNP-Konzentration um das 29-Fache erhöht.
Neuerdings zeichnet sich ab, dass nicht nur die Herzinsuffizienz, sondern auch die koronare Herzkrankheit sowie bestimmte Herzklappenerkrankungen mit einer signifikanten Erhöhung der BNP-Konzentration einhergehen. Prof. Dr. Kurt Huber, Vorstand der III. Medizinischen Abteilung des Wilhelminenspitals, Wien: „Wir müssen daher bei einem massiv erhöhten BNP-Wert aggressiver therapieren beziehungsweise im Falle des Verdachts auf eine Herzklappen-Erkrankung früher operieren. Dies gilt auch dann, wenn der Patient subjektiv keine Beschwerden hat, denn die Betroffenen spüren ein erhöhtes BNP nicht. Bei Herz-Patienten, die optimal behandelt werden, sinkt der BNP-Wert in der Regel auch wieder ab."

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