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Innere Medizin 13. April 2006

Mit einfachem Test kann AVK-Rate in Praxen ermittelt werden

Wiesbaden. Erstmals wird jetzt in einer groß anlegten Studie ermittelt, wie häufig die arterielle Verschlusskrankheit bei älteren Patienten ist, die in Praxen von Allgemeinärzten oder Internisten kommen. Das wurde beim Internistenkongress in Wiesbaden berichtet. Bisher hat es zu diesem Krankheitsbild in Deutschland nur wenige exakte epidemiologische Daten gegeben. Darauf haben Forscher mehrerer medizinischer Fachgebiete hingewiesen. 

Ein einfacher Test

Wie der Name der Studie zeigt, wird zur Entdeckung einer arteriellen Verschlusskrankheit ein einfacher Test verwendet: getABI steht für German epidemiological trial on Ankle Brachial Index. Diese Methode der Errechnung des Knöchel-Arm-Druck-Indexes über die Doppler-sonographische Druck-Messung an Beinen und Armen ist eine einfache Methode, um atherosklerotische Gefäßveränderungen in den Beinen zu erkennen, auch wenn die Patienten noch keine Symptome haben. 

Daten von über 6.000 Patienten werden ermittelt 

Das hat Professor Florentin Spengel aus Feldafing gesagt. Bei der Untersuchung wird der systolische Blutdruck im Knöchelbereich an der Arteria tibialis posterior und der Arteria dorsalis pedis gemessen und durch den Druck in der Oberarmarterie geteilt. Werte unter 0,9 lassen auf eine AVK schließen. Für die vom Unternehmen Sanofi unterstützte Untersuchung wurden 344 Hausärzte gewonnen, 270 Praktiker und 74 Internisten. Sie haben 6.880 Patienten ab einem Alter von 65 Jahren untersucht und in die Studie aufgenommen. Außer der Bestimmung des Indexes werden kardiovaskuläre Risikofaktoren ermittelt und in den nächsten drei Jahren atherothrombotische Ereignisse erfasst. AVK-Patienten haben eine ungünstige Prognose. Jeder fünfte stirbt innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose, die Lebenserwartung der Patienten ist um zehn Jahre vermindert, und 70 Prozent der Patienten sterben am Herzinfarkt, so Professor Curt Diehm vom Klinikum Kalsbad-Langensteinbach.

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