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Innere Medizin 13. April 2006

Tipps für Ihre Allergiepatienten

Ende April fanden in Salzburg "Allergietage" statt, eine Initiative des "Schwerpunkts Allergie" der Universität Salzburg. Wissenschaftler der Universität haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam auf dem Gebiet der allergischen Krankheiten intensiv zu forschen. Angesichts der großen Verbreitung von Allergien - allein in Österreich ist bei steigender Tendenz jede/r Fünfte betroffen - schlägt "Schwerpunkt Allergie?Alarm: Viele AllergikerInnen unterschätzen das Gesundheitsrisiko allergischer Erkrankungen, informieren sich zu wenig und beugen dementsprechend nur unzureichend vor. Aus Unachtsamkeit wird dabei oftmals übersehen, dass ein unbehandelter Heuschnupfen bis zu chronischem Asthma führen kann.

Ganz vermeiden lässt sich der Pollenkontakt jedoch nicht: Untersuchungen haben ergeben, dass der Mensch während der Blütezeit pro Tag ca. 4.000 bis 8.000 (!) Pollen einatmet. Bei einem Allergiker reicht aber der Kontakt mit 40-50 Pollen, um Symptome auszulösen. Mit einigen Maßnahmen lässt sich die allergene Belastung durch Pollen erheblich reduzieren. 

Folgende Tipps können Sie Ihren Allergie-Patienten geben: 

  • Informieren Sie sich über den aktuellen Pollenflug (Zeitung, Radio, TV, Internet)
  • Reduzieren Sie bei hohen Pollenkonzentration (in langen Schönwetterperioden, bei Trockenheit und Wind) den Aufenthalt im Freien; Verzichten Sie in diesen Tagen auf Ausflüge, Sport oder Radtouren
  • Wechseln Sie ihre Kleidung nach längerem Aufenthalt im Freien und duschen Sie 
  • Waschen Sie ihre Haare vor dem Schlafengehen;
  • Wenn es beruflich möglich ist, sollte während der entsprechenden Blüteperiode der Urlaub geplant werden, z.B. am Meer oder in den Bergen. 
  • Legen Sie keine pollenbehaftete Kleidungsstücke im Schlafzimmer ab.
  • Halten Sie die Fenster möglichst geschlossen - auch in der Nacht, da der Pollenflug am frühen Morgen besonders stark ist. Verwenden Sie, falls möglich, eine Klimaanlage.
  • Verwenden Sie in Ihrer Wohnung anstatt eines Teppichbodens leicht aufwaschbare Holz- oder Parkettböden. 
  • Saugen Sie nicht selbst den Staub in Ihrer Wohnung, aber sorgen Sie dafür, dass regelmäßig gesaugt wird. 
  • Schließen Sie beim Autofahren die Fenster, schalten Sie die Lüftung aus oder lassen Sie sich geeignete Filter einbauen.

Tipps für allergische GärtnerInnen

  • Im Garten nur weibliche Pflanzen einsetzen (die produzieren im Gegensatz zu männlichen Pflanzen keine Pollen).
  • Rasenmähen am frühen Morgen (hohe Pollenkonzentration) vermeiden.
  • Halten Sie das Gras kurz, da es dann nicht zur Blüte kommt
  • Hecken regelmäßig stutzen.
  • In der Mittagszeit ist die Pollenkonzentration am geringsten. 
  • Pflanzen Sie Blütenpflanzen an, da insektenbestäubte Pflanzen keine Allergien auslösen

Schwerpunkt Allergie der Universität Salzburg, Ao. Prof. Dr. Fatima Ferreira
Institut für Genetik, Tel.: 0662 / 8044-5734, E-Mail:

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