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Innere Medizin 13. April 2006

Katze aus dem Haus, Problem gelöst?

Die Katze ist eindeutig das Lieblings-Haustier der Nation: 1,5 Millionen (!) Katzen leben in österreichischen Haushalten. Mit über 30 Prozent Katzenallergikern liegt Österreich allerdings weit über dem europäischen Durchschnitt. "Die Allergene binden sich an den feinen Hausstaub, belasten die Atemluft und landen auf den Schleimhäuten der Augen, der Nase und der Atemwege. Dadurch kommt es zu einer permanenten Reizung", erklärt Prof. Dr. Manfred Götz vom Floridsdorfer Allergiezentrum in Wien.

Immer mehr Kinder reagieren überempfindlich auf eigentlich harmlose Substanzen. Schuld daran ist nicht allein die Belastung durch die Umwelt, auch rauchende und allergische Eltern sowie zu frühes Abstillen steigern das Risiko für das Kind, selbst an einer Allergie zu erkranken. 

Äußerst aggressive Allergene

Katzenallergene aus Speichel und Epithelien zählen zu den aggressivsten Allergenen und sind fast überall anzutreffen: in Haushalten mit Katzen, aber auch in öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden, im Kindergarten, in der Schule, auf Kinositzen usw. ist die Allergenkonzentration besonders hoch. "Die Tierhaare bleiben an der Kleidung haften und werden auch an Orte transportiert, an denen sich niemals eine Katze aufgehalten hat", begründet Götz die - im wahrsten Sinn des Wortes - verfängliche Lage. 

"Konnte der Facharzt die Katze als Auslöser der Beschwerden identifizieren, ist der erste Behandlungsschritt vor dem Medikamenteneinsatz die Allergenkarenz, also die Trennung vom Haustier. Jedoch weiß ich aus eigener Erfahrung und den Berichten von KollegInnen, dass nur in einem von drei Fällen die Vernunft vor dem Herz siegt und die Katze tatsächlich weggegeben wird."Wird das Haustier entgegen der ärztlichen Empfehlung doch nicht gleich weggegeben, sollten die Eltern zumindest auf konsequente und penible Allergenreduktion achten: Ein Mal wöchentlich das Fell der Katze mit speziellem Shampoo waschen oder bei besonders wasserscheuen Tieren das Fell mit eigens dafür entwickelten Reinigungslotions und/oder -tüchern regelmäßig abreiben; das minimiert nicht nur die Allergenmenge, sondern pflegt das Fell und schützt den kleinen Liebling sogar auch vor Zeck?und Floh. 

Weiters helfen häufiges Lüften, Saugen (hier gibt es Staubsauger mit so genannten HEPA1-Allergenfiltern) und die ?uft reinigen? die schwebenden Katzenallergene zu entfernen und so die Allergenkonzentration in der Wohnung möglichst gering zu halten. Studien zeigen, dass allein bei Verwendung von HEPA-Luftreinigern eine Reduktion von durchschnittlich 70 Prozent der schwebenden Allergene erreicht werden kann. Spezielle Überzüge für das Bettzeug garantieren fast 100-prozentigen Schutz. 

Ist das Kind zwar nicht auf Haustiere, jedoch bereits auf andere Substanzen sensibilisiert oder sind die Eltern Allergiker, ist das Risiko, (auch) auf Tierepithelien allergisch zu reagieren, besonders hoch. "Hier empfehle ich das regelmäßige Säubern des Tieres, der Möbel und der Luft als präventive Maßnahme", so Experte Götz. Konnte die Trennung von der Katze durchgesetzt werden, sind die Allergie auslösenden Partikel trotzdem noch monatelang in der Wohnung nachweisbar. Die Allergene setzen sich in Polstermöbeln, Teppichen, Tapeten und Matratzen fest und sind nur durch Entfernung des Inventars oder dessen Behandlung mit speziellen Reinigungsmitteln auf Dauer zu beseitigen. 

Götz weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass "die Reduktion der Allergenbelastung äußerst wichtig ist. Nur wenn die Kinder vor den Beschwerdeauslösern beschützt werden, können schwerwiegende chronische Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Asthma bronchiale verhindert werden.

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