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Innere Medizin 13. April 2006

Ein Volltreffer in der modernen Allergiebehandlung

Seit der Markteinführung von Levocetirizin am 1. Jänner 2002 steht auch in Österreich ein H1-Rezeptor-Antagonist der neuesten Generation zur Verfügung. Prof. Alexander Kapp, Dir. der Klinik u. Poliklinik f. Dermatologie und Venerologie der Med. Hochschule Hannover, hebt das besondere pharmakologische Profil des Antiallergikums hervor: "Levocetirizin ist das aktive Enantiomer des Razemats Cetirizin. Es bindet gegenüber Cetirizin zweimal stärker an H1-Rezeptoren und weist eine erheblich längere Bindungsdauer auf. Zudem zeigt Levocetirizin 500 mal höhere Affinität zu H1-Rezeptoren als zu anderen Rezeptoren, was die ausgesprochen hohe Selektivität untermauert."

Effektivste Substanz 

Diese verbesserten pharmakologischen Eigenschaften wurden in klinischen Untersuchungen bestätigt. Kapp: "In einer randomisierten doppelblinden Crossover-Studie, in der 5 mg Levocetirizin und die Vergleichssubstanzen Fexofenadin (180 mg), Loratadin (10 mg) und Mizolastin (10 mg) verabreicht wurden, zeigte sich Levocetirizin nach epikutaner Histaminprovokation hinsichtlich Wirksamkeit und Wirkdauer als die effektivste Substanz mit einer Quaddelinhibierung von >95 Prozent in einem Zeitraum von zwei bis 12 Stunden.?

Prof. Dr. Claus Bachert (Uni Gent, HNO) betont, dass von den beiden Enantiomeren des Razemats Cetirizin ausschließlich Levocetirizin für die gute antiallergische Wirkung verantwortlich zeichnet. Levocetirizin ist nach seinen Worten in der 5 mg-Dosierung gegenüber dem Cetirizin, dem weltweit führenden Antiallergikum, mindestens äquivalent.Die klinische Wirksamkeit von Levocetirizin bei saisonaler allergischer Rhinitis wurde in einer doppelblinden, placebokontrollierten, parallelen Dosiswirkungsstudie mit insgesamt 470 Patienten nachgewiesen. Die Patienten erhielten 2.5, 5, oder 10 mg Levocetirizin/Tag.

Schneller Wirkeintritt

In einer zweiten doppelblinden, placebokontrollierten, parallelen Studie mit insgesamt 797 Patienten erhielten 319 Patienten 5 mg Levocetirizin/Tag, 318 Patienten 10 mg Zyrtec®/Tag und 140 Patienten Placebo. 5 mg Levocetirizin/Tag zeigten das beste Risiko-Nutzen-Verhältnis. In einer anderen von Prof. Horak am AKH Wien durchgeführten Placebo-kontrollierten vergleichenden Rhinitis-Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von 5 mg/d Levocetirizin und 10 mg/d Loratadin zeigte sich unter beiden Substanzen eine Reduktion der typischen Rhinitissymptome Nasenlaufen, Juckreiz und Niesen mit 39 Hausstaubmilbenallergikern. Der Wirkeintritt erfolgte unter Levocetirizin im Vergleich zu Loratadin erheblich schneller, ebenso wurde eine höhere Ansprechrate in der Levocetirizin -Gruppe als in der anderen Verumgruppe beobachtet.

Wie eine Placebo-kontrollierte Untersuchung mit einem sedierenden Antihistaminikum als Kontrollsubstanz zeigte, ist eine Beeinflussung der ZNS-Funktion und somit eine Beeinträchtigung der Tagesaktivitäten unter 5 mg Levocetirizin nicht zu erwarten. Dr. Christine De Vos (UCB S.A. Brüssel) betont das außergewöhnliche Sicherheitsprofil von Levocetirizin: "Im Gegensatz zu vielen anderen Vergleichspräparaten wird Levocetirizin praktisch nicht über die Leber verstoffwechselt und führt zu keiner Cytochrom P450 Enzyminduktion. Levocetirizin kann daher mit anderen Wirkstoffen kombiniert werden. In EKG-Ableitungen wurden keine relevanten Auswirkungen von Levocetirizin auf das QT-Intervall beobachtet, was für die gute kardiale Verträglichkeit dieses neuen H1-Rezeptor-Antagonisten spricht." Levocetirizin ist für die Behandlung des Heuschnupfens einschließlich der Augensymptomatik, des ganzjährigen allergischen Schnupfens und der chronischen Urticaria zugelassen. Aufgrund des überzeugenden Sicherheitsprofils dürfen Kinder mit einem Körpergewicht ab 30 kg mit Levocetirizin behandelt werden.

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