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Innere Medizin 13. April 2006

Mehr als Senkung des Anfallsrisikos

Eine Reihe von Folgeerkrankungen sind mit der Adipositas oder Fettsucht assoziiert, die letztlich zu einer erhöhten Mortalität führen. Hierzu gehören unter anderem kardiovaskuläre Erkrankungen, wie Hypertonie, Hyperlipidämie, das metabolische Syndrom und daraus resultierend Myokardinfarkte sowie zerebrale Insulte.

Adipositas: unabhängiger Risikofaktor

Das Risiko für einen Diabetes mellitus Typ-2 versechsfacht sich bei einem Anstieg des Body Mass Index (BMI) von ca. 23 auf 29. In großen epidemiologischen Studien wie der Framingham Heart Study und der Paris Prospektive Study konnte Adipositas als ein von Blutdruck, Serumlipiden und Blutglucose unabhängiger Risikofaktor für arteriosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen identifiziert werden.

Eine Analyse der Nurse Health Study dokumentierte den Zusammenhang zwischen Übergewicht und primären Lungenembolien, wobei das relative Risiko für Frauen mit einem BMI 29 bei 2,9 lag. Auch die psychosozialen Auswirkungen der Adipositas sind beträchtlich. Häufig zeigen sich bei übergewichtigen Menschen ängstliche und depressive Symptome, ebenso ist das Selbstwertgefühl bei diesem Patienten meist reduziert. Mit Topiramat steht übergewichtigen Epilepsie-Patienten ein Antiepileptikum zur Verfügung, von dem berichtet wird, dass es zu einer Gewichtsreduktion im Rahmen ihrer Therapie führen kann.

Diese Beobachtungen hat Elionor Ben Menachem zum Anlass genommen, in einer prospektiven Studie zu dokumentieren, dass Patienten unter einer Therapie mit Topiramat einerseits ihr Körpergewicht reduzieren und andererseits eine positive Auswirkung auf den Cholesterinwert, die Triglyceride und den Glucose- bzw. den Insulinmetabolismus festgestellt werden kann.

Ernährungsverhalten in Studie beibehalten

In dieser Studie wurden Daten von 40 Patienten (m:w=17:23) mit einem Durchschnittsalter von 36,2 + 10,9 Jahren und einem mittleren Körpergewicht von 76,3 + 15,3 kg herangezogen. Die durchschnittliche Anfalls- häufigkeit zu Studienbeginn lag bei zwei Anfällen pro Monat. Die Intitialdosis betrug 25mg/Tag und wurde innerhalb der ersten 3 Monate langsam auf 200mg/Tag auftitriert.

Die durchschnittliche Zieldosierung nach 12 Monaten betrug 175mg/Tag. Alle Patienten wurden angewiesen, ihr Ernährungsverhalten während der Studie nicht zu verändern.

Gewichtsreduktion abhängig von BMI

Die Patienten wurden nach ihrem Body Mass Index (BMI) in drei Gruppen aufgeteilt (BMI 30, 25-30,<25). Nach 12 Monaten zeigte sich, dass Patienten mit einem BMI 30 durchschnittlich 9,3kg an Körpergewicht verloren, Patienten mit einem BMI zwischen 25-30 verloren 2,9kg und die Gruppe mit einem BMI <25 4,9kg (Abb1).

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Abb1: Gewichtsreduktion vs. Ausgangsgewicht (kg)

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Abb2: Veränderungen der Körperfettmasse (in %)

Unabhängig von der Gewichtsabnahme wurde bei 58 Prozent der Patienten eine Anfallsreduktion von 50 Prozent erreicht, Anfallsfreiheit bei 28 Prozent.

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