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Innere Medizin 13. April 2006

Rauchen verdoppelt Mortalitätsrate

Nurses Health Studie untersuchte Zusammenhänge mit Zigarettenkonsum

Nach einer aktuellen Auswertung der Nurses Health Study verdoppelt starkes Rauchen die Mortalitätsrate innerhalb von 20 Jahren bei Frauen mit Typ-2-Diabetes (Al-Delaimy WK et al: Smoking and Mortality Among Women With Type 2 Diabetes. The Nurses?Health Study cohort. Diabetes Care 24 (2001):2043-8).

In der in Diabetes Care kürzlich veröffentlichten Auswertung ist der Zusammenhang zwischen Rauchen und Mortalitätsrate bei Typ -2-Diabetes untersucht worden. Von den Teilnehmerinnen hatten insgesamt 7.401 Frauen zu Studienbeginn einen Typ-2-Diabetes. Die Autoren beobachteten sie von 1976 und 1996 und ermittelten im Falle eines Todes die Ursache. 

Innerhalb der 20 Jahre wurden 724 Todesfälle dokumentiert. In der Multivarianzanalyse, korrigiert für Alter, Hypertonie, erhöhte Cholesterin-Werte und andere kardiovaskuläre Risikofaktoren, verglich die Arbeitsgruppe das Relative Risiko (RR) zu versterben von Frauen, die nie geraucht hatten, und Frauen, die Zigaretten aktuell konsumierten bzw. in der Vergangenheit konsumiert hatten. 

In Abhängigkeit vom Rauchverhalten ergab sich folgendes Bild: In der Vergangenheit geraucht: RR=1,31, aktuelles Rauchen von 1-14 Zigaretten am Tag: RR=1,43, aktuelles Rauchen von 15-34 Zigaretten am Tag: RR=1,64 und aktuelles Rauchen von mehr als 35 Zigaretten am Tag: RR=2,19 (p/Trend=0,0002). Bei Frauen, die das Rauchen vor mindestens zehn Jahren beendet hatten, lag das RR bei 1,1.

Nikotinersatz-Therapie

Demnach steigert das Rauchen das Mortalitätsrisiko bei Frauen mit Typ 2-Diabetes dosisabhängig. Das Risiko kann allerdings wieder reduziert werden, wenn es lange genug unterbrochen wird. Der Studienautor W. K. Al-Delaimy, Harvard School of Public Health, Boston, Massachusetts, USA, betonte, dass "Menschen mit Diabetes nicht einmal übers Rauchen nachdenken sollten." 

Seien sie bereits Raucher, sollten sie den Zigarettenkonsum sofort stoppen, führte er fort. Nach seiner Ansicht sind hier auch die behandelnden Ärzte gefordert: "Es gibt sicher nicht die eine Methode, um Menschen mit Diabetes das Rauchen abzugewöhnen, aber eine Beratung mit einer Nikotinersatztherapie ist vermutlich die beste Kombination." Nach seiner Ansicht lassen sich die Ergebnisse wahrscheinlich auch auf Männer übertragen.

Das Rauchen kann die Mortalitätsrate bei Diabetes-Patienten auf verschiedenen Wegen erhöhen: Es senkt auf Dauer die HDL- und erhöht die übrigen Lipid-Werte, was zu Herzerkrankungen führen kann. 

Es kann zusätzlich zu Nervenschäden, Insulinresistenz sowie erhöhtem Risiko für Thrombosen und damit Schlaganfall beitragen. Darüber hinaus erhöhen Raucher laut mehreren Studienergebnissen wahrscheinlich auch ihr Risiko, indem sie häufig mehr Alkohol zu sich nehmen und ihre Stoffwechselentgleisung häufiger mit oralen Antidiabetika und seltener mit Insulin behandeln. 

Quelle: diabetes-world.net

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