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Innere Medizin 13. April 2006

Diabetiker-Nieren brauchen besonderen Schutz

"Waren früher bis zu 50 Prozent der Patienten mit Typ-1-Diabetes von der Entwicklung einer Nephropathie bedroht, konnte durch verbesserte, frühzeitige Intervention die Prävalenz der diabetischen Nephropathie bei dieser Patientengruppe ganz wesentlich auf etwa 5 bis 20 Prozent gesenkt werden", betont Doz. Dr. Christoph Schnack von der Medizinischen Abteilung der Krankenanstalt Rudolfstiftung in Wien. Auf Grund der verbesserten Lebenserwartung entwickeln aber heute auch häufig Patienten mit Typ-2-Diabetes das Endstadium der diabetischen Nephropathie - die terminale Niereninsuffizienz. Die Folgen sind bekannt: Die diabetische Nephropahtie ist in den westlichen Ländern mit 20 bis mehr als 50 Prozent die häufigste Ursache für eine Nierenersatztherapie.

"Chronische Hyperglykämie und systemische beziehungsweise intraglomeruläre Hypertonie sind die Hauptdeterminanten für die Entstehung der Nephropathie", erinnert Schnack. An weiteren Risikofaktoren nennt Schnack genetische Einflüsse, Hyperfiltration durch eiweißreiche Kost, Mikro- und Makroangiopathie sowie chronischen Nikotinkonsum. 

Der Therapieansatz muss dementsprechend multifaktoriell sein. Schnack: "In der STENO-2-Studie konnte beim Typ-1-Diabetes die Nephropathieprogression eindrucksvoll, nämlich um 73 Prozent, reduziert, werden. Die in der Interventionsgruppe erzielten Änderungen der Risikofaktoren waren relativ gering."

Optimale Diabetes-Einstellung und konsequente antihypertensive Therapie stehen an erster Stelle der therapeutischen Maßnahmen. Schnack: "Auch bei fortgeschrittener diabetischer Nephropathie und systemischer Hypertonie kann durch strikte antihypertensive Therapie die Nephropathie-Progression wesentlich verzögert werden." 

Neben den bekannten Ratschlägen zur Lebensstilmodifikation - Diät, Gewichtsreduktion und mehr Bewegung - sollte Diabetikern auch eine Nikotinkarenz eindringlich empfohlen werden. Denn das renale Risiko ist bei Rauchern deutlich erhöht. 

Quelle: Österreichische Diabetesgesellchaft/Diabetesforum 2001/IL 

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