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Innere Medizin 10. April 2006

Zoom-Endoskopie entlarvt die Malignität von Polypen

Die Zoom-Endoskopie eröffnet Welten, die sich vor Jahren noch keiner vorstellen konnte: Wie ein zerklüftetes Gebirge erscheint etwa die Oberfläche eines Polypen auf dem Bildschirm. In Kombination mit der Chromo-Endoskopie können so auch eingesunkene Adenome frühzeitig entdeckt werden. 
"Unsere Aufgabe für die nächsten Jahre wird es sein, mit dieser Technologie die Oberflächen von kleinen Polypen während der Endoskopie noch besser beurteilen und dadurch eine Vorabdiagnose stellen zu können", so Prof. Dr. Michael Jung vom St. Hildegardis Krankenhaus in Mainz auf der Medica 2001 im November vergangenen Jahres in Düsseldorf.
Durch die bis zu 150-fache Vergrößerung kann die Oberfläche eines Polypen beurteilt und mit der "Pit Pattern Klassifikation" auf seine Gut- oder Bösartigkeit hin eingeteilt werden. 

Aussage über die Malignität möglich

Dabei sind es die Grübchen, die etwas über die Malignität aussagen. Runde Grübchen entsprechen dem Typ 1 und sind in der normalen Schleimhaut zu finden. Die Einteilung reicht bis zum Typ 5, bei dem die Struktur vollkommen verloren gegangen und die Oberfläche sehr zerklüftet ist, was stark für eine maligne Entartung spricht.
Wie zuverlässig diese Einteilung ist, belegt eine Studie, die in der Zeitschrift "Endoscopy" veröffentlicht werden soll. 

Veränderungen vom Typ 1 konnten in der histologischen Überprüfung größtenteils als eindeutig hyperplastisch bestätigt werden, Veränderungen vom Typ 5 waren sehr häufig mit Karzinomen verbunden.
"Die Zoom-Endoskopie liefert eine Einschätzung, die zwar nicht zu 100 Prozent richtig ist, aber sehr hilfreich bei der Entscheidung sein kann, ob biopsiert werden muss oder nicht", schätzt Jung die Lage ein. 
Ob und, wenn ja, in welchem Ausmaß die Zoom-Vergrößerung die Histologie ersetzen wird können, muss allerdings erst abgewartet werden. 

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